Dienstag, 8. August 2017

Buchtipp: „LSD - mein Sorgenkind“ von Albert Hofmann

Seit 2016 schenkten die Medien LSD wieder vermehrt Aufmerksamkeit. Eine „psychedelische Renaissance“ ortete etwa das bekannte „RollingStone“ im Oktober. Im Trend sei „Microdosing“, wissen Berichte über Silicon Valley, und in sozialen Medien outen sich Menschen als Konsumenten.

Der 2008 verstorbene Chemiker und Entdecker des LSD, Dr. Albert Hofmann, beschreibt in diesem Buch nicht nur, wie er die Wirkung der Substanz 1943 zufällig entdeckte und was er dabei erlebte, auch einen allgemeinen Einblick in die Forschertätigkeit bietet er und thematisiert therapeutische LSD-Anwendungen. Ein Kapitel ist den „Fahrten in den Weltraum der Seele“ gewidmet. Hofmann vergleicht LSD mit anderen psychoaktiven Substanzen und schildert Begegnungen mit literarischen Grössen wie Ernst Jünger oder Aldous Huxley.

Jenen, die in der Drogenpolitik und dort bei der gesetzlichen Regulierung von psychedelischen Substanzen mitreden möchten, ist diese Lektüre ans Herz zu legen. Auch wer sich gerne mit Meilensteinen der Schweizer Geschichte oder der Wissenschaftsgeschichte aufhält, findet darin eine wertvolle Quelle. Wer sich von der psychedelischen Kultur angezogen fühlt, erhält durch Hofmanns Werk intellektuellen Zugang, der zugleich zur Vorbereitung erster Ausflüge und als Reiseführer dienen mag. Unbedingt lesen!

LSD-Molekül

Bereits 1991 oder 1992, als 18jähriger, hatte ich, aus Faszination für die psychedelische Welt und mit entsprechend brennendem Interesse, ein erstes Mal die deutschsprachige Originalausgabe des Werks gelesen - ein Exemplar aus der ETH-Bibliothek Zürich, denn die deutsche Ausgabe war damals vergriffen (für's Bücherregal kaufte ich mir die englische Übersetzung, die erhältlich war).


Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz). Dieser Buchtipp erschien im Rahmen eines Gastbeitrags ursprünglich in kürzerer und redigierter Fassung als Teil einer Leseempfehlung in der AL-Info 2017/01 (Seite 3). Er findet sich zudem als Rezension auf Goodreads.com.