Freitag, 23. Dezember 2016

Buchtipp: „Rückkehr nach Reims“ von Didier Eribon

Rückkehr nach Reims„Rückkehr nach Reims“ ist die Autobiographie des französischen Soziologen Didier Eribon. 

Obschon in der Sprache des Soziologen gehalten und streckenweise auf Werke von Philosophen bezogen, bleibt sie für Leserinnen und Leser, die sich eher für Menschen in Eribons Leben und weniger für geistige Details seiner akademischen Entwicklung interessieren, sehr empfehlenswert. Doch bildet die akademische Entwicklung, verflochten mit seiner sexuellen Emanzipation, den roten Faden, dem die autobiographische Reise von Kindheit bis Professur folgt. Denn nichts als die im von Eribon durchlaufenen Bildungssystem bestehende und von diesem erhaltene gesellschaftliche Ungleichheit eignet sich besser, das soziale Gefälle und dessen Kristallisation in sozialen Klassen zu illustrieren. Anhand seiner Familie analysiert Eribon schliesslich die Ursachen der Entwicklung in der Arbeiterklasse, Front National zu wählen.


Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz). Dieser Buchtipp erschien im Rahmen eines Gastbeitrags ursprünglich in redigierter Fassung als Teil einer Leseempfehlung in der AL-Info 2017/01 (Seite 3). Er findet sich zudem als Rezension auf Goodreads.com.