Montag, 29. April 2013

Oblivion: ein Kleinod am Sci-Fi-Himmel

„Oblivion“ heißt der neue Science-Fiction-Streifen von Joseph Kosinski („Tron: Legacy“) mit Tom Cruise in der Hauptrolle als Astronaut Jack Harper. Aus der Feder von Kosinski und Arvid Nelson ist „Oblivion“ eine klassische Science-Fiction-Story.

„Oblivion” verbindet mehrere Elemente der Science-Fiction gekonnt miteinander und überrascht mit einem plötzlichen Realitätsreframing, dass nichts so ist, wie es scheint. Auch an gefälligen Spezialeffekten mangelt es nicht. Besonders die Drohnen dürften Technikliebhaber erfreuen. Die Gewaltkomponente bleibt aber wohldosiert und lässt der eigentlichen Geschichte und ihren Akteuren genug Raum. Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo und Zoë Bell in der Besetzung verleihen dem Film eine besondere Eleganz.

Das Spiel mit den Erwartungen

„Oblivion“ ist ein sehr gelungener Science-Fiction-Film, der besonders am Anfang mit den Erwartungen anspruchsvoller Science-Fiction-Fans spielt: der Hintergrund scheint zunächst eine Invasion der Erde durch die sogenannten „Scavengers“ (Aasfresser), eine außerirdische Spezies, die auf der Erde eine neue Heimat sucht, nachdem ihr Planet für sie unbewohnbar wurde. Anspruchsvollere Fans würden sich allenfalls auf Sci-Fi-Entzug einen solchen sehr nach B-Movie klingenden Plot reinziehen. Doch lässt die handverlesene schauspielerische Besetzung eine elaboriertere Story erahnen. Diese entwickelt sich denn auch Schlag auf Schlag. Wer gute Science-Fiction mag, wird diesen Film, dessen schon raffinierte Plot dank der starken Besetzung zusätzlich an Geschwindigkeit gewinnt, sicher genießen.

Zu bemängeln wäre an „Oblivion“ allenfalls, was bei praktisch jedem gelungenen Film zu bemängeln ist: er dürfte gerne eineinhalb mal solange sein. Aber dies ist ein Sachzwang, dem die Filmbranche unter Marktbedingungen allgemein fast kompromisslos unterliegt. Mit 124 Minuten passt „Oblivion“ in jedes Zeitbudget.
„Oblivion“ setzt die Messlatte für meinen persönlichen „Film des Jahres“ schon im April sehr hoch, wobei der Film aus dem Genre der Science-Fiction natürlich optimale Startbedingungen mit sich bringt. Es dürfte 2013 für andere Filme schwierig werden, dieses Kleinod am Sci-Fi-Himmel vom ersten Platz zu verdrängen.


Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)