Samstag, 26. März 2011

An den Hebeln des Blogs

Windows Live Writer Plugins unter die Lupe genommen

Für den Windows Live Writer (WLW) stehen rund 170 Plugins von Microsofts WLW-Pluginseite zur Verfügung. Welche Plugins sich für den jeweiligen Gebrauch eignen, geht dort aus ihrer englischsprachigen Beschreibung hervor. OnlineChris hat einige dieser Plugins unter die Lupe genommen und geprüft, inwiefern sie das Schreiben von Blogbeiträgen unterstützen.


Wikipedia Link
Wie man einen Link zu einem Wikipedia Artikel mit einem Klick einfügt? Mit dem Wikipedia Link Plugin.


Bibelvers des Tages auf Englisch
Bibelkunde auf Knopfdruck liefert das “Verse of the day”-Plugin:

Romans 6:23“For the wages of sin is death, but the gift of God is eternal life in Christ Jesus our Lord.”

Brought to you by BibleGateway.com. Copyright (C) . All Rights Reserved.


Linktitel (ohne Umlaute)
Das Plugin “Title Link” holt den Titel einer Webseite einschließlich Verknüpfung, indem man die URL eingibt. Es lieferte folgende Beispiele zurück; OnlineChris oder Startseite Kanton Zürich. Mit den Umlauten gibt es also anscheinend ein Problem.


Textvorlagen
Das Plugin “Text Template” erlaubt das Definieren verschiedener Textvorlagen für häufig gebrauchte Formulierungen oder Texte, die per Mausklick in den Text eingefügt werden, zum Beispiel: “Copyright © Christian Natiez”


Tabellen
Mit dem Plugin “Table” lassen sich einfach Tabellen einfügen. Im Unterschied zur im WLW eingebauten Tabellen-Funktion wartet “Table” mit einem geringfügig erweiterten Funktionsumfang (mehr Anpassungsmöglichkeiten der Tabelle) auf. Wer häufig mit Tabellen arbeitet, ist damit gewiss gut bedient. Der Text ist allerdings von Hand in die Tabellenfelder einzufügen. Die Breite der Tabellenfelder lässt sich danach noch manuell verändern:

Vorname John
Nachname Doe


HTML-Vorlagen
“Insert Snippet” erlaubt wie auch die Plugins “Template” und “Template Insert” das Einfügen von Vorlagen, allerdings von HTLM-Vorlagen, beispielsweise:
so schön ist Kleinschrift

Webseite verlinken
Das Plugin “Link to a web page” macht das ad-hoc Verlinken von Webseiten einfach. Erforderlich ist die Eingabe einer URL (zwingend mit vorangestelltem “http://”), eines Textes (über den die URL erreichbar werden soll) und eines Titels (der eingeblendet wird, wenn man mit dem Mauszeiger über den Link fährt), zum Beispiel: wie die NZZ berichtet. Dieses Plugin macht der eingebauten WLW-Linkfunktion jedoch keine nennenswerte Konkurrenz.


<small> Tag
Das ist der small Tag. Er taggt eine ausgewählte Textstelle mit dem HTML-Befehl <small>. Theoretisch kann erst aus dem HTML-Quellcode ersichtlich werden, dass die markierte Textstelle small getagged ist.


Zitat des Tages auf Englisch
“Quote of the day” lieferte folgende zwei Resultate zurück:

Quote of the Day:
If at first you don't succeed… make sure nobody finds out you tried!
--Unknown

Quote of the Day:
Error connecting to web service.
--


Zeugnis der Inspiration
Das “Now Playing”-Plugin überprüft, was auf dem Standardmedienspieler des PCs gerade läuft, holt sich die Detaildaten übers Internet (im Beispiel von last.fm) und fügt sie in den Text ein, zum Beispiel:

Amy Winehouse - Back To Black – Rehab


Zitate einfügen leicht gemacht
Das Plugin “Paste As” erlaubt das mit “Blockquotes” vorformatierte Einfügen von Text:
Als Beispiel posiert eine Robbe aus der RTL2-Sendung “Total Science – Wissen zum Anfassen”am 24. März 2011, 4.55 – 5.20 Uhr zu den Themen “Waffen der Zukunft”, Robben, Höhlenmalerei, und “die größte Erfindung aller Zeiten: Die Schrift”. Die Sendung ist sehr empfehlenswert.


MP3 In Blogpost einbinden
Das “MP3-Player”-Plugin liefert den QuickTime-Player zum Abspielen einer MP3-Datei:





Das “Media Player”-Plugin liefert den Windows Media Player:


 


Hinweise:
  • Eingebundene MP3-Dateien müssen irgendwo im Web frei abrufbar sein.
  • Die entsprechenden Mediaplayer müssen auf dem PC installiert sein und vom Browser erkannt werden.
  • Manche Browser können anstelle eines Mediaplayers auch nur den Downloadlink der MP3-Datei anzeigen.


XFN
Das Plugin “XFN Link” lässt XFN-freundliche Links einfügen. Beispiel:



Videos einfügen
Das Plugin  “Insert Video” für hosted WordPress ist für WP.org-Blogs konzipiert und fügt andernorts folgende Zeile ein: [YouTube=http://www.youtube.com/watch?v=e-kwP0rMF0w] “Insert Video” für alle fügt in diesem Bericht ein:


WLW enthält auch eine eingebaute Funktion, um Videos einzufügen (“Video” einfügen). Dieses erlaubt, sich mit dem eigenen YouTube-Konto anzumelden und aus der Liste der eigenen Videos auszuwählen, eine Videodatei zu YouTube hoch zu laden und gleichzeitig im Blogpost zu verlinken oder wie das Plugin “Insert Video” irgendeine Video-Internetressource zu verlinken:




Symbole einfügen
“Insert Symbol” ist einfach und praktisch. Dieses Plugin erspart dem Blogger das Öffnen anderer Text-Applikationen, um in diesen Spezialsymbole zu erzeugen und ins Blogpost zu kopieren. Insert Symbol hat eine Auswahl an gängigen Symbolen, beispielsweise ©, ¼, € und dergleichen.


Fotos aus dem Web einfügen
Das Plugin “Live Search Images” sucht anhand von Stichwörtern mit Windows Live nach im Internet verfügbaren Bildern. Im folgenden Beispiel wurden die Stichwörter “zurich” und “police” verwendete. “Live Image Search” liefert eine Auswahl von maximal 25 Bildern zurück, davon im Test das folgende aus den Beständen der WikiMedia-Commons.


Da Bilder auch aus den Beständen von Wikimedia urheberrechtlich geschützt sind, ist jedoch sicherzustellen, dass die Auflagen für eine Verwendung erfüllt werden. Die Überprüfung muss manuell vorgenommen werden. Das heißt, das Bild muss auf der Seite der Wikimedia Commons überprüft werden. Um die Publikationsrechte für das Bild zu prüfen, ist auf der Seite der Wikimedia Commons ebenfalls mit den Suchbegriffen “zurich” und “police” zu suchen. Das Bild wird als erstes aufgelistet. Das Bild wird korrekt deklariert: es untersteht einer “Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic”-Lizenz. Konkret heißt das, dass der Fotograf namentlich zu erwähnen und die Modalitäten der Lizenz mit der Verwendung ebenfalls stets zu nennen ist. Der Fotograf ist Mark Hull. Die Bildquelle ist zudem das Webfotoarchiv Flickr. Es ist unter folgender URL abrufbar: http://www.flickr.com/photos/hully_exile/2459531253
Bei Flickr-Bildern ist zu beachten, dass sie gemäß Nutzungsregeln von Flickr stets mit einem Link zur Bildseite auf Flickr zu versehen sind, wenn man sie auf einer anderen Website als Flickr platziert (wie in diesem Blogpost). Erforderlich ist ein Link zur Flickr-Seite, welche das Bild, Urheberrechtsinformationen und Identität des Fotografeninfos enthält – unter keinen Umständen nur einen Link zur eigentlichen Bild-URL, den Windows Live Search bei dieser Test-Suche mit den Stichwörtern “zurich” und “police”  etwa zu folgendem Flickr-Bild ohne jegliche Information zum Fotografen oder Urheberrechtsschutz ablieferte:


Quintessenz:
Das “Windows Live Image Search”-Plugin ist zwar handlich, aber gefährlich, weil Ignoranz sich dabei ohne es zu wissen und zu bemerken einer womöglich sehr teuren Urheberrechtsverletzungen schuldig machen könnte. So gesehen ist dieses Plugin eher nutzlos - ausgenommen die Verwendung für rein private Blogs, zu denen niemand sonst Zugang hat. Das Plugin wäre gut brauchbar, würde es auch gleich die Urheberrechtsinformationen zu den Bildern mitliefern. Denn die Nachkontrolle der Urheberrechte an von “Windows Live Image Search” gefundenen Bilder verschlingt sehr viel Zeit.


Auf gut Glück
Das “I’m feeling lucky”-Plugin liefert einen Link zu einer “Auf-gut-Glück”-Suche mit Google, wahlweise nach dem sichtbaren Begriff (im folgenden Beispiel “Latein”) oder einem anderen Begriff unter einem Deckbegriff (folgend “Katze” hinter “Hund”):


Smiley-Selektion gefällig?
Das Plugin “Insert a Smiley” bietet eine Auswahl an vier verschiedenen Smiley-Klassen: Microsoft-Smileys, Yahoo-Smileys, Yahoo Hidden Smileys und diverse von Cybergif.com.

 Party Devil Oh go on   

Hinweis
: Diese Smiley-Grafiken werden von externen Webressourcen zur Verfügung gestellt und sind somit so lange sichtbar wie sie von diesen Webseiten zur Verfügung gestellt werden: http://messenger.msn.com, http://us.i1.yimg.com und http://www.cybergifs.com. Letztere könnten Anstelle der Smiley-Grafik auch Werbung platzieren. Dem Plugin lassen sich eigene Smileys von einem Webrepositorium hinzufügen – allerdings lassen sie sich nicht über die GUI des Plugins wieder löschen.


Gestylte Listen
Das “Bullets!”-Plugin erlaubt einige alternative, farbige Listenpunkte, beispielsweise:

       Rucksack
       Messer
       Bergschuhe
       Regenschutz
       Thermosflasche

Standardmäßig sehen Listenpunkte des WLW wie folgt aus:
  • Rucksack
  • Messer
  • Bergschuhe
  • Regenschutz
  • Thermosflasche
Hinweis: Diese neuen Bullets werden von einer externen Webseite verlinkt (http://www.dotnetscraps.com) und sind im Blogpost somit solange wie auf jener Webseite verfügbar. Dem Plugin lassen sich auch eigene Bullets von einem Webrepositorium hinzufügen – allerdings lassen sie sich nicht über die GUI des Plugins wieder heraus nehmen.


In der Kürze liegt die Würze
Das “Count Words”-Plugin zählt die Wörter einer Auswahl. Es fügt nichts in einen Artikel ein, sondern meldet die Anzahl Wörter in einem Windows-Fenster. So lässt sich abschätzen, ob das Gewicht der Wörter jenes der Worte überwiegt oder nicht.


image_thumb[4]


WLW Einstellungen sichern und migrieren
Mit dem “Import/Export” Plugin lassen sich sämtliche Einstellungen einschließlich die Einstellungen der im WLW registrierten Blogs als Datei exportieren (und auf anderen Rechnern oder nach einer problembedingten Neuinstallation von WLW wieder importieren). Die Akkuratesse der exportierten und wieder importierten Daten hat der Autor zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorgenommen. Sobald das Resultat vorliegt, wird dieser Blogeintrag aktualisiert.


Horizontale Linien
Das “Horizontal Line”-Plugin scheint ganz nützlich.


Google Maps
Das “Google Maps”-Plugin erweist sich als sehr nützlich:

Pilatus - Rigi auf einer größeren Karte anzeigen


Bing Karten
Der WLW verfügt auch über eine eingebaute Kartenfunktion von Bing:

Kartenbild


Einfügen und hoch laden
Das Plugin “Flickr Uploader” eignet sich, um ein Foto auf ein Flickr-Konto hoch zu laden und gleichzeitig in den Blog einzufügen:

image_thumb[8]


Aussuchen und einfügen
Das “Flickr Image Insert”-Plugin gestattet Zugriff auf ein bestimmtes Flickr-Konto oder auf den gesamten öffentlichen Bestand von Flickr. Dabei entsteht dasselbe Problem wie schon beim “Windows Live Image Search”-Plugin: die Urheberrechte sind zwingend zu beachten. Allerdings werden Flickr-Bilder von diesem Plugin automatisch mit der Bildseite von Flickr verknüpft, sodass dass wenigstens dieser Anforderung der Nutzungsbestimmungen von Flickr entsprochen wird. Dennoch muss für jedes Bild die urheberrechtliche Verfügbarkeit manuell geprüft werden.

image_thumb[11]

Auf einen Mausklick sodann lässt sich das gewählte Bild ab Flickr-Archiv inklusive Link zur Flickr-Bildseite einfügen:

DSC_4020


Koordinaten
Wer Koordinaten sucht, erhält sie durch das Geo-Microformat-Plugin. Es erlaubt, einen bestimmten Ort auf der Welt anzuzoomen und dessen Koordinaten wie folgt in den Artikel einzufügen. Für den Bürkliplatz in Zürich lautete die Ausgabe von Geo-Microformat: “47.36611280472568.54118347167968”. Das Leerzeichen ist an der richtigen Stelle manuell einzufügen: 47.3661128047256 8.54118347167968


Emoticons
Wer Emoticons mag, dem liefert coole Emoticons das Plugin “Cool Emoticons”, zum Beispiel:


 


Hinweis
: Diese Emoticon-Grafiken werden von einer externen Webressource zur Verfügung gestellt und sind somit im Blogbeitrag so lange sichtbar wie sie  zur Verfügung stehen von http://em.xjoy.org. Dem Plugin lassen sich keine URLs von anderen oder eigenen Grafiken als Emoticons hinzufügen.


GUI für Kontaktdateneingabe
Das “Contact”-Plugin erfasst allerlei persönliche und berufliche Kontaktdaten von natürlichen und juristischen Personen. Es arrangiert sie beim Einfügen in den Text passend. Die Details, weshalb das Erfassen der Kontaktdaten nicht dasselbe ist wie wenn man sie manuell eingibt, ist aus dem HTML-Quellcode ersichtlich.

Northwind Chocolates 
Schweiz


Buchinformationen von Amazon in Englisch
Einfügen von Buchinformationen von Amazon.com mit “Book Details” Plugin:

Deep Storm

by Lincoln Child

Read more about this book...


IE Favoriten einfügen
Das Plugin “IE Shortcuts” ermöglicht, Links aus der IE-Favoritenliste auszuwählen und in den Text einzufügen.



Bing-Übersetzung
Das “Bing Translation”-Plugin erlaubt die Übersetzung eines Textes in eine große Anzahl Sprachen automatisch. Der übersetzte Text kann wahlweise als Einblendung über der Übersetzung erscheinen oder nicht, die Übersetzung als Zitat oder Einfachtext. Beispiele:
Il s'agit d'un texte simple. Ce texte n'a pas de clause subordonné. Il se compose de clauses principales. La machine est le taux.
Oder wir lassen “der Direktor kam zu spät” als EInfachtext zum Beispiel auf Italienisch übersetzen und heben den übersetzten Text manuell hervor (kursiv):
Il direttore è venuto troppo tardi.

Hinweis
: Begriffe, die Bing nicht kennt, werden ohne Kommentar nicht übersetzt.


Amazon Quicklinks
Das Plugin “Amazon Quicklinks” lässt das Einfügen von Amazon-Suchbegriffen als Link zu, beispielsweise:


Alternative Fonts
Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. Ob ein Font angezeigt werden kann, hängt allerdings stark vom benutzten Browser ab und setzt voraus, dass der anzuzeigende Font installiert ist. Beispiele:
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Fiolex Girls)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Roman)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Cordia New)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Tall Paul)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Times New Roman)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Verdana)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Utah)
  • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Lucida Console)



Manche Plugins sind von einem externen Internetdienst abhängig, einzelne erfordern darüber hinaus ein Benutzerkonto für den Dienst, zum Beispiel unter anderem Microsoftdienste wie Azure Blob, Amazondienste wie S3 oder Yahoodienste wie Delicious. In dieser Plugin-Betrachtung konnten nur wenige Dienste und Plugins dieser Art berücksichtigt werden: der Fotodienst Flickr und externe Webressourcen für kleine Grafiken wie Smileys, Emoticons und ähnliches. Andere Plugins, die in den Post eingefügte Bilder oder Dateien an andere Internetdienste als den Bloghost hoch laden und via Link von dort in den Blogbeitrag einbauen, wurden keine berücksichtigt.

Von den zahlreichen Plugins, welche die Darstellung von Programmquellcode optimieren, wurde keines ausprobiert. Welches Quellcodeoptimierungs-Plugin sich denn für welche Sprachen am besten eignet, liefe angesichts der stattlichen Anzahl solcher Plugins und Sprachen auf eine überaus langwierige und mühselige Probiererei hinaus, deren Resultat naheliegender Weise ohnehin früher oder später dem natürlichen Feedback aus Programmier- und Webdesignererkreisen zu entnehmen sein wird respektive in diesen Kreisen ohnehin schon allseits bekannt ist. Somit sind in die Betrachtung vorwiegend Plugins einbezogen worden, die dem durchschnittlichen Blogger von Nutzen sein könnten.

Plugins, die bei Aufruf entweder Fehlermeldungen zurück lieferten, abstürzten oder unzureichende Resultate brachten (für Blogger- oder WordPress-Blogs), sind von diesem Pluginbericht ausgeschlossen. Denn empirisch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie unter einer anderen Systemumgebung und mit anderen Blogsystemen problemlos funktionieren würden. Solange dies nicht festgestellt ist, erübrigt sich auch die Feststellung, dass sie nicht funktionieren.

Zwei Plugins, die Text in HTML mit <pre> markieren, konnten in diesem Beitrag nicht vollständig demonstriert werden, weil das Einsetzen des <pre></pre> Tags im HTML-Code der Blogseite zu einem Problem in der Darstellung von nachfolgenden Leerzeilenabständen führte (der 1:1 gleiche Blogbeitrag weist diese Problematik auf einem WordPress-Blog im Unterschied zu diesem Blogger-Blog nicht auf; allerdings ist der WordPress-Blog andererseits nicht willens, die mit dem “Clipboard Live”-Plugin erzeugten Fonts darzustellen, was dieser Blogger-Blog ja mit Bravour erledigt): Es handelt sich um das Konsolentext-Plugin, welches TTY-Stil durch die <pre> Formatierung erzielt, und das “Paste As”-Plugin, mit dem Text ebenfalls als <pre> formatierter Text eingefügt werden kann.

Copyright © 2011 Christian Natiez

Sonntag, 13. März 2011

Linksfeministischer Spaziergang durch Zürich

Friedliche Demo zum 100. Frauenkampftag durch Zürich

Am Samstag, 12. März, zogen rund 200 Personen in einem linksautonomen Demonstrationszug durch die Zürcher Innenstadt zum Helvetiaplatz. Es gab weder Sachschäden noch Katz-und-Maus-Spiele mit der Polizei. Der Zug war unter dem Motto „Frauenkampf überall“ unterwegs.

An diesem Samstagnachmittag hatte ich eigentlich ein ganz anderes Ausflugsziel: Das sonnige Wetter am Morgen hatte mich gegen Mittag aus dem Haus gelockt. Auf nach Zürich, um zu fotografieren! Kaum war ich unterwegs, zogen auch schon Wolken auf. Das altbekannte Grau bedeckte den Himmel. Wo ich doch in den letzten Wochen schon so viele Graufotos geschossen hatte! Was will ich denn noch mehr davon?
Ich ließ mich vom Wetterstreich nicht beirren, setzte mich in den 5er Richtung Fluntern. Als er ins Bellevue einfuhr, erblickte ich auf der Sechseläutenwiese (oder was von ihr noch übrig ist) sechs Mannschaftswagen der Stadtpolizei und darin und darum herum in blauen Overalls gekleidete Beamte: eine Krawalleinheit. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort also? Mein Interesse war geweckt: Krawallbilder sind stets von größtem öffentlichen Interesse. Ich änderte spontan meinen Plan und sprang aus dem Tram, um zu den Polizeiautos zu schlendern.


Außer den Beamten war in der Umgebung nichts, was auf einen Krawall hingedeutet hätte, auszumachen – keine Fotografen mit Telelinsen, keine Kameras, keine Gruppen von schwarz Gekleideten, keine Al-Fatah-Tücher, kein Knallen von Gummischrotgewehren, keine tränengasverhangenen Straßen. Keine Trillerpfeifen. Keine Vuvuzelas. Kein Skandieren und kein Rufen. Keine Menschenansammlungen. Es wirkte alles wie sonst. Für Stadtverhältnisse an einem Samstagnachmittag war alles ruhig.
Vielleicht war ich zu spät? Ein Demonstrationszug war bereits vorbei gezogen oder eine unbewilligte Demo schon aufgelöst? Ich hatte keine Lust, die Stadt zu Fuß nach einer Handvoll renitenter Chaoten abzusuchen, die eventuell irgendwo mit der Stadtpolizei Katz-und-Maus spielten. Womöglich hatten sie sich ins Niederdorf verzogen und machten nun dort die Gegend unsicher? Ich hatte auch keine Lust, die Beamten zu fragen, wo die Demo unterwegs ist. Nicht dass ich kontaktscheu wäre. Aber mir knurrte gerade der Magen – zuerst war einmal Mittagessen angesagt. Wenigstes dies verlief nach Zeitplan.

Rund eine halbe Stunde später waren die Beamten von der Sechseläutenwiese verschwunden. „Da war wohl nichts“, dachte ich und schickte mich an, wieder in den ursprünglichen Tagesplan einzuschwenken, als eine VBZ-Durchsage an der Tramhaltestelle Bellevue mir unverhofft die nächsten Koordinaten vorgab: Limmatquai. Denn dieses war nun infolge eines Umzugs für den Tramverkehr gesperrt.
Kaum war die Durchsage verhallt, schossen auch schon drei Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene aus dem Limmatquai und bogen in scharfer Linkskurvenfahrt in die Rämistrasse ein, um ihre Fahrt unvermindert schnell in Richtung Heimplatz fortzusetzen.
 
Am Limmatquai wirkte indessen wie schon am Bellevue und am Stadelhofenplatz alles wie gewohnt. Es hatte allenfalls selbst für einen Samstagnachmittag viele Menschen auf der Straße. Der sonnige Morgen hatte wohl noch manche wie mich aus dem Haus gelockt? Vor dem Zürcher Rathaus sah ich sie dann erst mal von hinten, die Menschenansammlung von rund 200 Personen mit Transparenten.
Aus Lautsprechern tönte Musik und hallten Worte, die soziale Ungerechtigkeit geißelten. Die Demonstration wirkte sehr geordnet. An der Polizeibegleitung – ein einzelnes Polizeiauto schirmte den Pulk gegen den Straßenverkehr ab – schien sich trotz der roten Fahnen, die in der Menge geschwenkt wurden, niemand von den Demonstrationsteilnehmern zu stören. Ein Krawall war dies mitnichten: Eine Frau sprach durch ein Megaphon und Musik spielte, hin und wieder johlte die Menge und zollte ihr Beifall.

Worum ging es? Da mir unbekannt war, für welche Anliegen genau diese Menschen auf die Straße gehen, näherte ich mich der Menge an. Die Rede war gerade vom Sozialabbau. Darauf las ich auf einer Tafel, die jemand in die Höhe hielt: „Männer an den Herd!“ Langsam schweifte nun mein Blick erst einmal über die Menschenmenge. Dass da keine Männer waren, war mir noch gar nicht aufgefallen. Da waren fast ausschließlich Frauen.
Diverse Transparente und Poster raubten jede Illusion: Dies war kein Frauen-Fasnachtsverein, der für Gleichberechtigung an der Fasnacht auf die Straße ging. Nein, dies sah ganz nach einem Trupp militanter Kampffeministinnen aus. „Oh Schreck, oh Graus“, durchfuhr es mich, und ich wollte unvermittelt das Weite suchen, ehe ich in einem großen Hexenkessel lande und bei lebendigem Leib gekocht werde.


Einen Moment lang kämpfe ich mit meinen männlich gestrickten Gefühlen: Ich unterdrückte ein herrliches Auflachen, das sich gut hörbar Luft verschaffen wollte. Schließlich besann ich mich auf meine Objektivität und hörte einfach einmal zu.
Und ich hörte, was die Stimme forderte: Gleichberechtigung. Nieder mit dem Kapital. Weg mit „Nazismus“. Oder sprach sie von Narzissmus? Weg mit den Antifeministen! Stopp der Ausbeutung. Gegen Sozialabbau. Für Frauenrechte!


Ich war an eine typisch linksradikale Demo geraten, an der typische Forderungen der Linksautonomen über Megaphon und Spruchbänder den Weg an die Stadtöffentlichkeit finden. Es war genau jene Art von Zusammenrottung, von der man sich aber auch gewohnt ist, dass sie irgendwann entgleisen und in Sachbeschädigungen und Konflikte mit dem Ordnungsdienst der Stadtpolizei ausarten würde.
Zunächst schien es nur eine Frage der Zeit, wann Flaschen und Steine in die eine Richtung und Tränengasgranaten in die andere Richtung fliegen würden. Einhalt. Eines war in dieser Konstellation gewiss: Es würde mit Garantie keinen Krawall, keine Sachbeschädigungen und keine Nachdemo geben, dämmerte es mir. Denn eine Demonstration ohne Männer wird kaum gewalttätig entgleisen – und wenn sie noch so linksautonom ist. Das ist so gut wie ausgeschlossen.

 
Eine Demo ohne Halbstarke und junge Erwachsene männlichen Geschlechts und auch ohne Alkoholisierung ist wie Frieden auf Erden. Selbst mit Kampffeministinnen. Genau so sollte es auch kommen: Der erzlinke Demonstrationszug zog später beispielsweise friedlich am McDonalds-Restaurant beim Globus vorbei, ohne dass wie verschiedentlich schon bei Ausschreitungen Scheiben der Fastfood-Kette zu Bruch gingen.
Man stelle sich vor, ein inhaltlich gleich linksautonom gelagerter aber geschlechtlich gemischter Demonstrationszug wäre am Samstagnachmittag durch die Bahnhofstrasse und am McDonalds vorbeigezogen... Erfahrungsgemäß wären Sachbeschädigungen zu erwarten. Nicht so bei dieser Frauendemo.

Nicht dass diese Frauen, die da auf die Straße gingen, so daher kamen, als wäre gut mit ihnen anzubandeln: ihre Position war deutlich feministisch. Die Sprecherin sagte aber auch klar, dass es nicht darum gehe, gegen Männer zu hetzen, sondern dass die Frauenrechte zu stärken seien. Die Rede war vor allem von der Situation von Frauen in Entwicklungsländern. Es ging weniger um die Rechte der Frauen in der Schweiz als viel mehr die weltweite Situation der Frau.
Vom Rathaus zog der Demonstrationszug über die Gemüsebrücke in die Bahnhofstrasse bis zum Globus. Über Lautsprecher erklang noch immer Musik, die den ganzen Umzug begleiten sollte, die Sprecherin skandierte linksfeministische Kampfparolen, beispielsweise dass Vergewaltigung Folter ist und dass Ausschaffung ebenso Folter ist, dass keine Frau illegal ist.

Da mein ursprünglicher Tagesplan nun ohnehin endgültig aus der Schiene geworfen war, entschied ich, dem Umzug zu folgen. Ich wollte mehr wissen. Ich wollte hören, was diese Frauen beschäftigte. Aus unerfindlichen Gründen interessierte mich das Anliegen dieser Demo nun wirklich. Nicht zuletzt gaben die Frauen, die da auf die Straße gingen, und ihr Umzug aber auch ein viel fotogeneres Sujet für die Kamera her als, einmal mehr in den letzten Monaten, schichtwolkengraue Zürcher Stadtgemäuer oder ein ebenso grauer Zoobesuch.
Es ließe sich über diese Demo auch bloggen, dachte ich. Kundgebungen sind nicht nur dann von öffentlichem Interesse, wenn die Fetzen fliegen. Sie sind erst recht interessant, wenn sie ihre Botschaft störungsfrei vermitteln. Und so kam es, dass ich dem Umzug bis zum Helvetiaplatz folgte. Nicht auf Schritt und Tritt natürlich. Einfach mal hier, mal da, mal näher, mal ferner, mal woanders. Denn was hätte schon ich persönlich mit (Kampf-)Feminismus am Hut?




Es überrascht, dass ein linksautonomer Demonstrationszug, der während einem Zwischenhalt sogar die RAF würdigt, gewaltfrei verläuft. Die Sprecherin verwies auf die gegenwärtig aktuellen neuen RAF-Prozesse in Deutschland und darauf, dass dabei Frauen mit Beugehaft bis zu sechs Monaten bedroht würden. Aber diese Feststellung war nur ein Detail dieses Umzugs.
Das eigentliche Anliegen der Frauen ging aus den Transparenten klar hervor. Slogans wie „Männer an den Herd“, „Pflege entlasten statt entlassen“, „Gestern-Heute-Morgen: Frauenkampf überall“ oder „Feuer und Flamme dem Patriarchat“ und dergleichen suggerierten, dass man es mit einer Horde kampflustiger Feministinnen zu tun hat. Es ging ihnen aber nicht um mehr Privilegien für Schweizer Mittelschichtfrauen, sondern sie kreideten die Unterdrückung der Frauen und ihrer Rechte wie auch soziale Ungleichheit, die vielerorts auf diesem Planeten Alltag sind, an. Sie skandierten immer wieder: „Internationale Solidarität!“ Sie forderten Freiheit und Gleichheit für Frauen weltweit.

Erfahrungsgemäß sind linksautonome Demos affin für Sachbeschädigungen und Konflikte mit der Polizei, Tränengas und Wasserwerfer inbegriffen. Einzig eine einsame Handvoll jüngerer Aktivistinnen versprayte eine Zeughaus-Mauer auf dem Kasernenareal. Daneben klebten sie ein Poster des revolutionären Aufbaus an die Mauer. Juristisch betrachtet könnte es sich dabei theoretisch um eine Sachbeschädigung handeln.
Da die Mauer an der betreffenden Stelle und auch an anderen Stellen ohnehin schon versaut war, gibt es keinen ersichtlichen Anlass zu hysterischen Reaktionen auf die Kreativität dieser Frauenrechtlerinnen. Ihr Vorgehen löste bei mir denn auch eher Schmunzeln aus: Die Wandverzierung ist nichts im Vergleich zu dem, was männliche Demoteilnehmer an Destruktion abzuziehen imstand gewesen wären. Im Übrigen verlief der Umzug absolut geordnet und diszipliniert.


Frauendemo zum 8. März (internationaler Frauenkampftag)
Auf dem Helvetiaplatz bedankte und verabschiedete sich die Sprecherin. Sie bot den Teilnehmerinnen zum Schluss das Mikrophon für Mitteilungen an alle an – aber nur den Frauen. Deren Anteil am Umzug dürfte freilich mehr als 99% betragen haben.
Mein Samstagnachmittagausflug war spontan ganz anders als geplant und dabei sehr lehrreich verlaufen. Dank einer Ausgabe der sozialistischen Zeitung “Vorwärts”, die mir freundlicherweise kostenlos überlassen wurde, konnte ich mich noch genauer über den Hintergrund der Kundgebung informieren: am 8. März war das 100. Jubiläum des internationalen Frauenkampftages gefeiert worden.




Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)

Mittwoch, 9. März 2011

Der Windows Live Writer, für Menschen von heute

Windows Live Writer - Before

Von Christian Natiez

Windows Live Writer von Microsoft ist zum heutigen Zeitpunkt vielleicht eines der nützlichsten Schreibtools des Internetzeitalters überhaupt. Nie war Bloggen einfacher als mit dem Live Writer.

Unter einem Blog verstand man ursprünglich ein Online-Tagebuch von Privatpersonen zu jedem erdenklichen Thema, angefangen bei der eigenen Befindlichkeit im Sinn des klassischen Tagebuchs über Erfahrungen mit dem Hobby bis hin zur Plattform für politische Reden. Inzwischen führen selbst etablierte Medien Themenblogs.
Ob Blog im Genus Neutrum oder Maskulinum sei, wird derzeit noch mancherorts diskutiert. Laut Duden ist sowohl das als auch der Blog korrekt. Der Blog hat also unumkehrbar Einzug in die moderne Gesellschaft gehalten. Im Folgenden seien deshalb die technischen Grundlagen des Bloggens, zwei unterschiedliche Blogsysteme und der Windows Live Writer als Publikationsplattform betrachtet.

Um einen eigenen Blog zu unterhalten, benötigt man zunächst einen Domänennamen, einen Webhost, ein Blogsystem und Zeit und Muße für das Bloggen. Es gibt diverse kostenlose Blogangebote, die Domänennamen, Host und Blogsystem kombiniert und kostenlos zur Verfügung stellen, beispielsweise Blogger von Google oder WordPress von Automattic.
Diese kostenlosen Angebote verfügen in der Regel über für Einsteiger unerhebliche Nutzungseinschränkungen, etwa Speicherplatzbeschränkungen oder Code-Filter, oder der Anbieter behält sich vor, bei hohem Publikumsverkehr Werbung auf dem Blog zu platzieren.

WordPress mit vielen Designs und Optionen

WordPress.com bietet dem Einsteiger mit dem kostenlosen Blogdienst 3GB Speicherplatz, der nebst Text auch Fotos und Dokumente in verschiedenen Dateiformaten aufnimmt. Gesperrt bleiben Audio- und Videodateien. Außerdem filtert WordPress komplexere Web-Code aus den Seiten ihrer Gratiskunden. So ist das Einbinden von Bannern, Werbung oder Buttons von externen Webseiten auf dem eigenen Blog nahezu unmöglich. WordPress-Blogger können neben der von WordPress geschalteten Werbung keine weitere kommerzielle Werbung publizieren.
Als Zückerchen bietet WordPress inzwischen weit über 100 ansprechende Blogdesigns kostenlos an, die jeder Art von Blog entsprechen, vom Nachrichten- bis zum Fotoblog. Schließlich sind WordPress-Blogs unter dem Domänennamen “wordpress.com”, dem durch einen Punkt getrennt ihr Name vorangestellt wird, erreichbar.

Fortgeschrittene Blogger mit hohen Besucherzahlen können von WordPress gegen Bezahlung diverse Zusatzoptionen erwerben, darunter erweiterten Speicherplatz mit der Möglichkeit, Audio- und Videodateien zu speichern, oder Designs aus professionellen Studios, Werbe-Freiheit sowie einen eigenen Domänennamen und volle Code-Freiheit.
Alternativ kann das WordPress-Blogsystem bei einem anderen kommerziellen Host als WordPress oder auf eigenen Rechnern laufen, da das WordPress-Skript von WordPress.org frei verfügbar ist. Es ist äußerlich dasselbe Blogsystem wie das von WordPress.com gehostete. Bei jener fürs Selbsthosting konzipierten Variante des WordPress-Blogsystems stehen jedoch weitaus mehr kostenlose Designs und Widgets zur Wahl als bei Gratishosting durch WordPress.com.

Kostenloses Webhosting

Es bestehen keinerlei Einschränkungen im Betrieb des auf dem Skript von WordPress.org basierten WordPress-Blog. Einzig durch den Hostingdienst vorgegebene Beschränkungen etwa des Speicherplatzes und der Bandbreite schränken den Blog ein. Zu beachten ist allerdings, dass auch die Bandbreite eines Heiminternetanschlusses bei hohen Besucherzahlen und Multimediainhalten wie Videos und Audios überlastet werden könnte.
Die Gesamtkosten, die für ein privates Webhosting zuhause auf eigener Hardware entstehen, sind exorbitant viel höher als die gegenwärtigen Preise für Webhosting durch Dritte oder WordPress-Optionen wie Speicherplatzerweiterungen und eigene Domänennamen. Speicherplatz von einigen zehn oder hundert Gigabytes für den Blog vermögen die Kosten des Heimhostings kaum zu rechtfertigen.

Wer mit WordPress professionell bloggen und dabei ein großes Publikum erreichen will, ist wirtschaftlich gut beraten, den Blog entweder direkt zusammen mit WordPress.com zu betreiben oder das von WordPress.org frei erhältliche WordPress-Skript von irgendeinem Webhostingdienst professionell hosten zu lassen. Privates Heimhosting eines WordPress-Blogs rechnet sich für jene Haushalte, die ohnehin 24/7 einen kleinen Heimserver mit Internetanbindung in Betrieb haben und kein Publikumsaufkommen erwarten, das die heutige durchschnittliche Bandbreite eines Heiminternetanschlusses sprengt. Dasselbe gilt für Vereine und kleine und mittlere Unternehmen, die bereits über eigene Internetserver verfügen.
Wer hingegen über keine eigene 24/7 IT-Infrastruktur mit Internetanbindung verfügt, fährt weitaus günstiger, wenn er sich den Blog von WordPress.com gratis hosten lässt und bei Bedarf die eine oder andere Option erwirbt oder wenn er den mit dem von WordPress.org erhältlichen WordPress-Skript erstellten Blog von einem anderen Hostingdienst betreiben lässt, als wenn er privat oder in einer Kleinorganisation die für den Dauerbetrieb nötige Hardware und Software beschafft, diese wartet, bewirtschaftet und amortisiert. Dabei sind Stromkosten und, je nach Standort des Servers, Lärmimmissionen bei Dauerbetrieb sowie Kostenpunkt einer professionellen Firewall noch nicht mit eingerechnet: alleine die Zeit, die durch das Entfallen der Wartung und Überwachung des Systems eingespart wird, bleibt für das Bloggen frei. Wer keinen Computertechnik- oder Serverblog im Sinn hat, lässt am Besten die Finger vom Heimhosting (der technikaffine Verfasser spricht aus Eigenerfahrung mit einem wassergekühlten Asus KFN32-D SLI Serverboard mit 8GB, 2x Opteron 8018, 4TB RAID HDD System unter XP x64 und virtuell SBS2003 VM / XPpro VMs / Linux x64 und x86 VMs; Experimente 2007-2009).

Blogger, einfach und ästhetisch

Blogger.com bietet ein weitaus einfacheres System als WordPress.com. Als Googledienst ist und bleibt Blogger so kostenlos wie Google Mail. Blogger.com- und WordPress-Blogs sind letztlich schwer vergleichbar. Während alleine schon WordPress.com eine Unmenge an Einstellmöglichkeiten bietet und die Anpassbarkeit der mit dem WordPress.org-Skript betriebenen Blogs durch Widgets und Designs alles überbietet, ist Blogger.com schlichter.
Blogger.com stellt verschiedene Layout-Optionen zur Wahl, diverse Hintergrundbilder. Etwa die Breite und diverse Schriften des Blogs lassen sich einstellen, ebenso Farben und Transparenz. Auch Widgets lassen sich einfügen. Mit den für WordPress-Blogs so zahllos verfügbaren Designs lässt sich die Gestaltungsmöglichkeit eines Blogger-Blogs trotzdem keinesfalls vergleichen. Spitz formuliert ließe sich die Aufmache von Blogger als ein Design bezeichnen, das in etwa so individualisiert werden kann wie ein einzelnes WordPress-Design. Dieser Umstand freilich tut Blogger nicht den geringsten Abbruch: Mit Blogger lässt sich ein hübscher, ansprechender Blog innert weniger Minuten aufsetzen und in Betrieb nehmen. Bis dahin dauert es mit WordPress etwas länger, wenn man sich akribisch durch sämtliche Einstellungen kämpft.

Wie von WordPress.com gehostete Gratisblogs gewissen Einschränkungen unterliegen, haben auch Blogger.com-Gratisblogs Beschränkungen mit den Unterschieden, dass man einen Blogger.com-Blog erstens nicht wie einen WordPress.org-Blog selber oder bei irgendeinem Hostingdienst hosten und zweitens auch nicht wie einen WordPress.com-Blog mit kostenpflichtigen Zusatzoptionen aufrüsten kann:
Mit einem Post in einen Blogger.com-Blog hoch geladene Bilder und Fotos werden im Picasa-Webalbum des Bloggers gespeichert. Google stellt für Picasa-Alben jedoch gesamthaft genau 1GB Speicherplatz gratis zur Verfügung. Wie bei WordPress.com kann dieser Picasa-Speicherplatz gegen Gebühr erhöht werden (laut Mitteilung im offiziellen Google Picasa-Blog hat Google aber dieser Tage diese Beschränkung für Fotos von weniger als 800 Pixel und Videos bis zu 15 Minuten Dauer aufgehoben, womit der Speicherplatz für kleine Bilder und kurze Videos unbeschränkt ist).

Die Qual der Wahl

Weniger Einschränkungen machen Blogger.com-Blogs beim Hinzufügen von Web-Code (HTML und Java-Skript). Es ist problemlos möglich, Banner, Werbung oder Buttons und Widgets von externen Webseiten auf einem Blogger-Blog anzuzeigen. Eine Größenbeschränkung weisen Blogger.com-Blogs im Unterschied zu von WordPress.com gehosteten Gratisblogs nicht auf: während WordPress.com dem Gratisblogger zur Zeit maximal 3GB, die auch durch Textbestandteile eines Blogposts aufgebraucht werden, zur Verfügung stellt, gibt es für Blogger.com-Blogs einzig die teilweise 1GB-Beschränkung für das Bildmaterial im Picasa-Webalbum des Bloggers, die Anzahl Blogbeiträge an sich ist jedoch offen.
WordPress-Blogs gestatten dem Blogger eine detailliertere Kontrolle über die Aspekte seines Blogs, beispielsweise lässt ein Änderungslog die nachträgliche Entwicklung einzelner Posts nachzollziehen. Es erübrigt sich, das eine oder das andere Blogsystem zu bevorzugen. Beide haben Stärken.

Blogger.com-Blogs zeichnen sich durch ihre Schlichtheit in Aufbau und Bedienung aus, die jedem Einsteiger entgegen kommt. Gleichzeitig sind die Gestaltungsmöglichkeiten des Blogger.com-Blogs so umfassend, wie man es sich im Blogalltag wünscht. WordPress-Blogs bieten vergleichsweise eine schier unendliche Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten, die noch so ausgefallenen oder kommerziellen Designwünschen zu entsprechen vermag – und eine riesige Bloggergemeinde.
Für technisch weniger Versierte empfiehlt sich der Blogger.com-Blog zum Einstieg, weil sich in sehr kurzer Zeit ein funktionierender Blog erstellen lässt. WordPress-Blogs überlassen den Blogger zunächst der Qual der Wahl des passenden Designs und schließlich sämtlichen Feineinstellungen des Blogs, auf die der Blogger.com-Blog teilweise ganz verzichtet. Schließlich laden kompliziert gestaltete WordPress-Seiten im Browser schneller als entsprechende Blogger.com-Seiten – bis die Bandbreite in jedem Haushalt das Niveau von Übermorgen erreicht (oder: denk an Deine geneigten Leser).

In Windows Live Writer vereint

Wer einen unkomplizierten, angenehm zu betrachtenden Blog erstellen will, ist mit Blogger.com gut bedient. Dasselbe gilt für WordPress-Blogs mit einfachen Designvorlagen, von denen es eine stattliche Zahl gibt. Web-Profis können bei beiden Blogsystemen das Erscheinungsbild direkt über Änderung des Codes anpassen.
Nachdem der Verfasser einige Experimente mit WordPress gemacht hat und seinen Fotoblog auch dankbar weiterhin zusammen mit WordPress.com hostet, schien ihm die Schlichtheit des Blogger.com-Blogs jedoch optimal für einen unkonventionellen persönlichen Blog. Selbst WikiLeaks führt den Organisationsblog bei Blogger.com. Umgekehrt entpuppen sich verschiedene Blogs von Nachrichtenmagazinen als WordPress-Blogs, zum Beispiel Time Techland, die seit Neustem aber dank WordPress.com VIP nicht mehr angenehm als WordPress-Blogs ins Auge stechen. sondern im Glanz reinsten Industriedesigns erstrahlen.

Mit Windows Live Writer hat Microsoft für den Heimanwender ein fantastisches Blogwerkzeug geschaffen. Windows Live Writer verbindet sich mit jedem gängigen Blogsystem und erlaubt, Blogbeiträge mit seinem einheitlichen Editor zu gestalten. Mit welchem System man auch immer bloggt: Der Live Writer vereint sie alle auf sich. Seine zahlreichen Funktionen, etwa das Bearbeiten von Bildern oder das Verlinken von Bildern anderer Webseiten, sind über Gratis-Plugins erweiterbar. Mit rund 170 solcher zusätzlicher Editierwerkzeuge lässt sich Windows Live Writer kostenlos um viele Funktionen erweitern und für die Bedürfnisse praktisch jedes Anwenderprofils maßschneidern.
Der Writer erkennt automatisch, über welche Funktionen ein Blogsystem verfügt, und präsentiert dementsprechend den Editor: Blogger.com-Blogs kennen im Unterschied zu WordPress-Blogs beispielsweise keine Tags. Je nach System öffnet der Writer das entsprechende Eingabefeld oder nicht. Dank Windows Live Writer können Posts vor Ihrer Veröffentlichung einem sorgfältigen Layoutprozess unterzogen werden. Derweil stellen einen die Webeditoren der Blogsysteme bei langsamen Verbindungen manchmal auf Geduldsproben. Last not least, eine Schaltfläche für Internet Explorer und Firefox erlaubt, mit dem Writer im Handumdrehen per Mausklick zu jeder beliebigen Webseite sofort zu bloggen.

Windows Live Writer - After



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