Samstag, 12. Februar 2011

Unterwegs am Schanzengraben in Zürich

Natur pur inmitten der Zürcher City

Der Schanzengraben ist einer der schönsten Ausflugsorte in der Stadt Zürich. Zu einem Spaziergang von der Gessnerbrücke bis zum Bürkliplatz am Zürichsee lädt diese grüne Fussgängerpromenade mit ihrem optischen und akustischen Reichtum zu jeder Jahreszeit ein. Der kleine Fluss beheimatet diverse in Zürich ansässige Vogelarten.

Ardea cinerea cinerea, by Christian Natiez

Ich erinnere mich gut an die Spaziergänge mit meiner Grossmutter entlang dem Schanzengraben bis zum Bürkliplatz, als ich im Vorschulalter war. Meine Aufmerksamkeit auf den Spaziergängen am Schanzegraben erheischen seit jeher die Schwäne, Stockenten, Möven, Taucherli - und Fische, seien diese unter Wasser oder in einem Aquarium auf dem Weg zum Bürkliplatz.

Der Spazierweg entlang dem Schanzengraben hatte damals noch nicht die heutige Länge. Der Spaziergang begann jeweils beim alten Bahnhof Selnau (heute bei der neuen Börse). Der “neue”, 1984 fertig gestellte Promenadenabschnitt von der Gessnerbrücke bis zur Sihlporte ist heute ein relativ ruhiger, natürlicher und im Sommer sehr grüner Erholungsraum mit vielen Fischen und Vögeln inmitten der Zürcher City.

Einige wenige Graureiher (siehe Photo oben) sind täglich am Schanzengraben anzutreffen, ebenso scharenweise Möven. Besonders aber hat sich die Stockente am Schanzengraben häuslich eingerichtet. Sie ist zu praktisch jeder Tages- und Jahreszeit zu beobachten. Auf meinem Spaziergang am 11. Februar begegnete ich einigen Enten, die gerade mit Nahrungssuche beschäftigt waren (siehe Video oben).

Auch die Kolbenente, die im Zürichsee und in der Limmat siedelt, ist im Schanzengraben anzutreffen, allerdings weitaus weniger häufig als die Stockente oder die Möwe. Wie das folgende Video vom 21. Februar zeigt, ist die Kolbenente im Unterschied zur Stockente ein ausgewachsener Tauchvogel, wenn es um die Nahrungsbeschaffung geht. Der Schanzengraben bietet ihr alles, was sie braucht.

Stockenten hingegen scheinen vor allem in jungen Jahren wie die ausgewachsene Kolbenente unter Wasser auf Nahrungssuche zu gehen. Das folgende Video vom 11. Februar zeigt ein kleines Stockentlein, das im Schanzengraben unter der Sihlporte nach Nahrung tauchte.

Die Vogelstimmen verleihen dem Spaziergang am Schanzengraben eine besondere Magie. Das in der Regel leise Schnattern der Enten ist hie und da zu hören, besonders wenn sie von Passantinnen oder Passanten gefüttert werden. Nebst dem bekannten Möwengeschrei sind etwas seltener auch Graureiherrufe zu hören.
Dass Enten derart laut Quäken wie im folgenden Audioclip zu hören ist, scheint eher die Ausnahme: am Abend des 2. März gaben mehrere Entenweibchen, die sich in gegenseitiger Rufweite befanden, ein reges, nicht Enden wollendes Schnatterkonzert.

Female Mallard Ducks Quack by Christian Natiez

Schließlich lässt sich nicht leugnen, dass sich die Zürcher Möwenpopulation auch entlang dem Schanzgraben breit macht, ganz in ihrer angeborenen Art. Der Möwendreck ist nirgendwo zu übersehen. Ihr Geschrei ist nicht zu überhören, wenn sie auftauchen. Und ihr arttypisches Verhalten insbesondere den Artgenossinnen und -genossen gegenüber (Verscheuchen) ist natürlich auch am Schanzengraben an der Tagesordnung. Eine waschechte Zürcher Möwe hat sich mir am 21. Februar als Modell für eine Kurzvideostudie zur Verfügung gestellt.


Zuletzt aktualisiert:
  • Mittwoch, 17. August 2016, 4.32 Uhr (Anpassungen an HTML5, obsoleter Soundcloud- und YouTube-Embed-Code ausgetauscht)
  • Sonntag, 27. Januar 2013, 1.05 Uhr
  • Dienstag, 8. März 2011, 12.55 Uhr
  • Sonntag, 27. Februar 2011, 3.50 Uhr

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