Donnerstag, 8. Dezember 2011

Synchron fliegende Möwen

Möwen im Wind
Synchron-Flieger in der freien Natur
Als ich mich gestern Mittwoch, 7. Dezember 2011, über Mittag an die Sihl setzte und mein Brot aus der Tüte kramte, tauchten auf einen Schlag rund zehn, zwanzig Möwen auf, die zuvor friedlich im Wasser getrieben waren. Ich staunte: sie mussten das Brot gerochen haben, und zwar auf zwanzig oder dreissig Meter Distanz. Vielleicht hatte das Knistern der Verpackung und das Knacken der Rinde beim Brechen des Brotes das Seine noch dazu getan, die Möwen anzulocken. Dennoch überraschend, wie sensibel diese Vögel ihre Umwelt wahrnehmen.

Was mich darauf erst recht erstaunte: sie hingen wie Trauben einfach in der Luft. Ohne mit den Flügeln zu schlagen, blieben sie in der Schwebe. Was für ein Kunststück!

Möwen im Wind

Die Erklärung ist einfach: Der Wind pfiff nicht nur mir um die Ohren, er verwandelte die Sihl geradezu in einen Windkanal. Die stürmischen Böen erlaubten den Möwen, ohne Flügelschlag ihre Position in der Luft zu halten. Sie richteten Körper und Flügel aus, um gegen den Wind zu navigieren oder eine Position zu halten. Beachtlich, wie sicher sie sich im stürmischen Wind bewegen, als wäre Sturmwetter ihr Alltag.
Ich hatte den Eindruck, es macht ihnen sogar Spass, im Wind zu fliegen. Sie liessen sich von starken Böen auf 50 bis vielleicht sogar 100 km/h beschleunigen, um dann jäh aus dem Strom auszubrechen und zu ihrem Clan zurückzukehren. Oder aber sie hingen sich in den Windstrom, ohne sich merklich zu bewegen, die Flügel gespreizt - als ob ihnen dies eigentlich Spass bereiten würde. Die Möwen können sich in der Schwebe natürlich die Umgebung unter sich viel näher angucken als sonst im Vorbeiflug.

Sie guckt, die Möwe

Bemerkenswert war ihre synchrone Flügelhaltung. Man sieht wohl selten eine Schar Möwen, von der alle synchron die Flügel gespreizt halten. Das gibt es nur im "Windkanal" und ist eine seltene Gelegenheit, ein eindrückliches Schauspiel zu erleben: nicht nur den Möwen sondern auch mir hat ihre "Luftfütterung" Spass gemacht. Wirft man ein Stückchen Brot in die Luft, schnappen sie es sich in der Luft. Es gibt nichts Faszinierenderes als zehn, zwanzig Möwen, die in nur wenigen Metern Distanz um einen herum und über einem mit gespreizten Flügeln im Wind schweben und sich Brotstückchen zuwerfen lassen (cave: Guano).

Sie haben ein frisches Brot spendiert bekommen, das ich extra für sie einkauft hatte, nachdem ich mir mein Mittagsbrot selbst gegönnt hatte. Und dies obwohl während dem Mittagessen nur knapp ein Meter neben mir von oben ein weiss-bräunliches Möwengeschenk auf den Asphalt geklatscht war.



Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)

Samstag, 3. Dezember 2011

Projekt #stapo24: Stadtpolizei Zürich twittert live

Polizeialltag: „Unbekannte Nachtbuben treiben Unfug“

Die Stadtpolizei Zürich hat ab Freitagmorgen, 2. Dezember 2011, um 6.30 Uhr während 24 Stunden die Einsätze ihrer Patrouillen live getwittert. Ziel der bislang einmaligen Aktion sei, der Bevölkerung während 24 Stunden einen Einblick in die tägliche Arbeit der Polizei zu bieten, teilte die Polizei vorab mit.

Police Checking Homeless (Constable Stalder)
Kontrolle eines Obdachlosen, Copyright © TeasyNews
Der Live-Feed der Stadtpolizei gewährte vom 2. auf den 3. Dezember 2011 Einblick in einen Polizeialltag, der das Funktionieren von Stadt und Gesellschaft gewährleistet. So erstaunt es nicht, dass wenig Spektakuläres zu vermelden war. Viele Aufgaben der Polizei sind Routine.

Bunt gemischtes Programm

Auf dem Programm stehen für die Stadtpolizei und die Twitter-Gemeinde in diesen 24 Stunden: Brennende Container, nicht ansprechbare Personen, Laden- und Taschendiebstähle, Schlichtung von Streitereien, eine spukende Barriere, Falschparkierer, diverse Verkehrsunfälle, verschiedene Sachbeschädigungen, Einbrüche und aufgebrochene Kellerabteile, Fahrzeugdiebstahl, eine tote Krähe auf der Strasse, ein Blumentopf in der Limmat, Zechprellerei oder der Hotelgast, der die Rechnung nicht bezahlen will, ein Fahrzeug ohne Kontrollschilder, Begleitung von Sanitätseinsätzen bei aggressiven Patienten, ein in einem Liftschacht feststeckender Arbeiter, Hausfriedensbruch, Verhaftung von des Ladendiebstahls Verdächtigten, Störung der Mittagsruhe durch Laubbläser, Streit unter Prostituierten im Kreis „Cheib“, Diebstahl aus einem parkierten Auto, Bettelmusikanten im Tram, ein im Wald gefundener Tresor, gestohlener Schmuck, Bettler im Niederdorf, ein gestürzter Radfahrer, ein defekter Billetautomat, ein Streit zwischen Mieter und Vermieter im Kreis 7, ein gefundenes Portemonnaie, Probleme mit einem Kunden in einer Bank, eine Drogenabhängige, die Probleme macht, eine vergessene Handbremse und die Folgen, Belästigung einer Frau, Streit unter Betrunkenen, eine örtlich desorientierte betagte Frau, alkoholisierte Randalierer und sogar ein renitenter Ladendieb, der zwei Patrouillen erforderte.

Searched
Personenkontrolle, Copyright © TeasyNews
Es folgen ein Schwarzfahrer ohne Ausweis, ein fehlender Schachtdeckel, den die Polizei behelfsmässig ersetzt, jugendlicher Unfug in einem Hinterhof, ein vermisster 85jähriger, Fehlalarm eines automatischen Einbruchalarms, Verhaftung eines Flüchtigen, bei dem Marihuana gefunden wird, Reklamationen wegen Nachtruhestörung (je später desto mehr), Verhaftung von abgewiesenen Asylbewerbern, Überführung eines Betrunkenen in die zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS), ein gestürzter Rollerfahrer, Unterstützung der Sozialdiensteinheit Sicherheit, Intervention, Prävention (SIP) bei der Beruhigung zweier renitenter Betrunkener.
Auch Verstössen gegen den freien Personenverkehr gehen die Polizeibeamten am Sihlquai nach, beenden eine Nachtruhestörung durch Jugendliche, melden frei liegende Stromkabel nach einem Unfall, nehmen Personenkontrollen vor und verhaften einen mutmasslichen Drogenhändler, der sich einer Kontrolle entziehen will.

A Criminal On The Run II
Flucht vor Personenkontrolle, Copyright © TeasyNews
Später macht eine um eine Liegenschaft herumschleichende, „schwarz gekleidete Person mit Taschenlampe“ von sich reden, und die Polizei steigt auf eine Betrugsmeldung aus einem Table-Dance-Lokal ein. Partylärm im Kreis 7, ein Verletzter nach einer Auseinandersetzung zwischen vier Personen und „unbekannte Nachtbuben“, die Unfug treiben, folgen auf den Fuss. 

Verschont bleiben die Beamten auch nicht von Fahrerflucht, Gasgeruch in einer Liegenschaft, Streit in einer Bar im Niederdorf, einem bewusstlos auf dem Trottoir liegenden Mann, der sich als betrunken entpuppt, und Rauch in einem Wohnhaus, der aus der Garage kommt. Sie schlichten eine Schlägerei, untersuchen die offen stehende Tür eines Geschäfts und suchen - vergeblich - eine Frau, die im Kreis 4 auf der Strasse herumschreit.
Auf Trab bringt sie dann auch Streit zwischen Taxifahrer und Kunden, „dubioser und lautstarker Streit in der City“ und ein behaupteter Raub. Zum Schluss gibt es am Samstagmorgen gegen 6 Uhr einen Einbruchalarm in der City, Streit an der Langstrasse, von dem ein Streithahn in die ZAS gebracht wird, ein brennender Zeitungsstapel und schliesslich ein wiederkehrender Alarm eines parkierten Autos, welcher die gesamte Nachbarschaft aus dem Schlaf aufschreckt.

Traffic Cops on Duty (I)
Fahrzeugkontrolle, Copyright © TeasyNews
Stadtpolizei leistet umfassende Erste-Hilfe

Zwischen den Einsatzmeldungen ging die Medienstelle auf Fragen aus der Twitter-Bevölkerung ein und bereicherte den Feed mit allerlei Wissenswertem über die Stadtpolizei.
So war etwa zu erfahren, dass sie seit ein paar Monaten mit Kantonspolizei und Feuerwehr über ein gemeinsames Kommunikationssystem Nachrichten austauscht. Sie bietet der Bevölkerung eine kostenlose Kriminalberatung an und betreibt vier Detektivposten tagsüber, einen nachts. Detektivposten sind Anlaufstellen für kriminalpolizeiliche Belange. Die Detektive nehmen komplexere Anzeigen entgegen. Im Jahr 2010 gab es rund 3'600 Verhaftungen. Aus rund 160'000 Anrufen resultieren etwa 60'000 Einsätze. Polizeieinsätze werden in der Regel nicht dem Anrufer verrechnet. „Lieber einmal zu viel als zu wenig anrufen“, empfiehlt sie. Die iPhone-App der Stadtpolizei wurde bereits 5'000 mal installiert. Eine Android-Version gibt es demnächst. Und die Frontkräfte der Stadtpolizei wurden alle durch Spezialisten von Schutz & Rettung zu „First-Respondern“ beziehungsweise Erste-Hilfe ausgebildet.

Subway
Subway, Copyright © TeasyNews
100 mal um die Erde in einem Jahr

Weiter erfuhren die Neugierigen: Gemäss Betäubungsmittelgesetz ist der Besitz von Marihuana illegal. Die Stadtpolizei verfügt über fünf Regionalwachen, die 24 Stunden offen sind, und tagsüber sind zusätzlich neun Quartierwachen besetzt. Das Polizeimuseum bietet kostenlose Reisen in die (Polizei-)Vergangenheit an. Die Führung dauert rund eineinhalb Stunden. Ein „Verhaftsrapport“ wird intern „ein Roter“ genannt, weil früher rotes Papier in die Schreibmaschine gespannt wurde. Die Patrouillienfahrzeuge tragen die Nummer des Stadtkreises, dem sie zugeteilt sind, und werden mit dem Übernamen „Limmat“ angerufen, zum Beispiel „Limmat6“. Sie sind 24 Stunden mit wechselnder Besatzung im Einsatz und fahren, gemessen an den rund vier Millionen Streckenkilometern, zusammen jährlich mehr als 100 mal um die Erde.

Standby
Standby, Copyright © TeasyNews
Für Demente immer da

Einige Twitterer finden die Aktion #stapo24 so gut, dass sie sich deren Fortsetzung wünschen. Andere wollen wissen, ob für eine Bewerbung bei der Polizei ein Mindestgewicht oder eine Mindestgrösse vorgeschrieben seien – beides ist nicht der Fall. Ob die Kommunikation zwischen den Patrouillen und der Zentrale über Funk oder auch über Mobiltelefone laufe, will @danbell90 wissen. Primär über Funk, heisst es, aber auch Mobiltelefone würden eingesetzt. @sarahrita, die in einem Pflegezentrum arbeitet, will wissen, ob sie für desorientierte, demente alte Menschen jederzeit die Polizei rufen könne. Sie kann. Wie man Detektiv werde, lautet eine andere Frage. Nach der normalen Polizeiausbildung kann man sich dafür bewerben. @leagoldblum fragt sich, ob echte Polizisten nicht auch noch ganz andere Dinge machen, als tote Krähen auflesen. „Wir sind echte Polizistinnen und Polizisten“, erhält sie zur Antwort.

Die Patrouillen sind alle mit Feuerlöschern ausgestattet. Kleinere Brände löschen sie selbständig. Man erfuhr auch, dass die Nachnamen der Polizeihunde ihren Zwinger bezeichnen, beispielsweise „Pako von den drei Tannen“. Die Stadtpolizei setzt Deutsche Schäferhunde, Dobermann, Rottweiler und bayrische Gebirgsschweisshunde ein, letztere hauptsächlich zur Suche von vermissten Personen. Auch Verhaltenstipps gab die Medienstelle auf entsprechende Fragen bereitwillig, zum Beispiel unverzüglich die Polizei zu verständigen, wenn ein Wildtier angefahren wurde.

400 Nachrichten in 24 Stunden

Die Stadtpolizei hat während 24 Stunden rund 400 Nachrichten getwittert, davon zirka 250 über Einsätze. Dabei hat sie dem Daten- und Persönlichkeitsschutz sowie polizeitaktischen Überlegungen stets Rechnung getragen. Auch ein Fanclub warf sich parallel ins Zeug: @Limmat6. Diesem stellte die Medienstelle ein Foto des Patrouillenfahrzeugs Limmat6 zur Verfügung.

Die Medienstelle der Stadtpolizei will das Projekt #stapo24 sorgfältig auswerten und dann entscheiden, ob es zu einer Wiederholung kommt. Sie hat mit diesem Debüt auf jeden Fall einen spannenden Einblick in den Alltag der Stadtpolizei Zürich gewährt. Sie hat transparent ein Bedürfnis der Bevölkerung gestillt.

Quellen:

Copyright © Christian Natiez (Schweiz)


    Montag, 19. September 2011

    Vandalen-Party in Zürich

    Streifzug durch eine Krawall-Party

    Am Samstag, 17. September 2011, sollte am Central in Zürich eine illegale Party im Freien stattfinden. Sie wurde von der Polizei aufgelöst und mündete in massive Sachbeschädigungen um den Hauptbahnhof.


    Schon um 22.30 Uhr war überall in der City von Paradeplatz bis Hauptbahnhof verstärkte Polizeipräsenz sichtbar. Der Anlass begann, wie von den anonymen Veranstaltern angekündigt, um 23.30 Uhr. Kurz darauf wurde der Tram- und Busverkehr unter Hinweis auf eine Party am Central umgeleitet. Von der Rudolf-Brun-Brücke aus war die Silhouette der aussergewöhnlich grossen Menschenmenge, die sich auf der Bahnhofbrücke und am Central aufhielt, gut zu sehen.
    Am Limmatquai gab es einige wenige Gruppen von Polizisten. Niederdorf und Limmatquai waren an diesem Samstag gut besucht, die wenigen behelmten und beschildeten Beamten fielen in den dichten Menschentrauben selbst in ihren blauen Overalls kaum auf. Einzig der Beamtenkordon, der den Zugang vom Central ins Niederdorf abriegelte, bildete eine Attraktion für die Niederdorfbesucher.

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    Am Central selbst war aus den mobilen Lautsprechern der Veranstalter Techno-Musik zu hören. Bis etwa 23.45 Uhr hatten sich mehrere hundert Partyteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie Schaulustige und Passanten eingefunden. Relativ rasch reagierte nun aber die Stadtpolizei, als sie Einheiten auf der Bahnhofbrücke und am Limmatquai zusammenzog und um zirka 23.50 Uhr diese auf das Central vorrücken sowie den Wasserwerfer, der in der Weinbergstrasse am Central in Wartestellung war, auf den Platz fahren liess (11.52 Uhr). Der Sound verstummte plötzlich.
    Zu hören waren dafür nun Geschrei, Hektik, Polizeisirenen, rennende Polizeistiefel, Rufe, der Strahl des Wasserwerfers und die dumpfen, klirrenden oder scheppernden Geräusche von Wurfgegenständen, die Strasse oder Fahrzeuge wie den Wasserwerfer trafen. Knallpetarden der Krawallmacher und Schüsse aus Gummischrot-Flinten donnerten. Die Polizei nahm dabei schon am Central einige Verhaftungen vor, wobei auch zivile Fahnder zum Einsatz kamen. Doch dauerten die Scharmützel um den Hauptbahnhof bis rund 1.30 Uhr an. Um 2.00 Uhr war die Lage wieder unter Kontrolle.

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    Vermummte männliche Jugendliche warfen am Central Steine, Flaschen, Baustellenmaterial und skandierten verachtende Parolen gegen die Polizei. Politische Inhalte waren darin keine auszumachen.
    Eine grössere Gruppe von Krawallmachern hatte sich beim Anmarsch der Polizeieinheiten rechtzeitig in den Hirschengraben und über die Treppe auf die Mauer über dem Hirschengraben zurückgezogen, von wo aus sie Gegenstände gegen die Beamten, den Wasserwerfer und auf die Strasse warfen.

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    Hie und da riefen auch zwar nicht vermummte, aber teilweise sichtbar alkoholisierte männliche Jugendliche gegen die Polizei gerichtete Beschimpfungen, vereinzelte griffen sich Gegenstände vom Boden, um sie gegen die Beamten zu schleudern, viele von ihnen erst 15, 16 Jahre alt. Dass sie dabei vor die Linsen nicht nur einiger Fotografen sondern auch des uniformierten Filmteams der Polizei tanzten, war ihnen kaum bewusst. Abgesehen von diesen spontanen Antipathiebekundungen einiger zumeist sehr junger Unvermummter gegenüber der Polizei war keine Solidarisierung von Passanten mit den Krawallmachern festzustellen. Das Nachtleben im und ums Niederdorf ging weiter.

    Als ein Tross Krawallmacher die Polizeieinheiten am Central von der Bahnhofbrücke aus angriff, stürmten der Wasserwerfer gefolgt von einem Zug Polizisten die Brücke. Die Chaoten nisteten sich darauf um den Hauptbahnhof auf dem Bahnhofplatz und um die Tramhaltestelle am Bahnhofquai ein, von wo aus sie die Beamten weiter mit Gegenständen bewarfen und Knallkörper abfeuerten. Die Polizei antwortete mit Gummischrot und Reizgas oder setzte den Wasserwerfer ein.
    Weil der Bahnhofplatz für den Verkehr teilweise offen blieb, gerieten auch immer wieder Fahrzeuge zwischen die Fronten und liefen Gefahr, von Steinwürfen getroffen zu werden. Passanten mussten hingegen Umwege suchen, weil die Bahnhofbrücke nicht passierbar und das Bahnhofquai mit Reizgas eingenebelt war.

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    Schätzungsweise eineinhalb bis zwei Stunden dauerte die Auseinandersetzung zwischen Vandalen und Polizei am Central und danach um den Hauptbahnhof am Bahnhofquai und auf dem Bahnhofplatz. Dabei wurde die Tramhaltestelle Hauptbahnhof am Bahnhofquai vollständig verwüstet. Die Bahnhofstrasse hatte die Polizei hingegen mit Fahrzeugen und einem Wasserwerfer gegen den Bahnhofplatz abgeriegelt.
    Wer zum Hauptbahnhof wollte, musste deshalb den Umweg über die Löwenstrasse gehen.Auch auf dem Bahnhofplatz tobten junge Vandalen, und die Polizei hatte die Bahnhofstrasse bis hinauf zur Pestalozziwiese gesperrt.

    Im Shopville bot sich etwas überraschend kein Bild der Zerstörung, doch hing beissend Reizgas in der Luft. Wer um zirka 1.30 Uhr vom Shopville die Rolltreppe in den Hauptbahnhof stieg, fand sich oben vor einem teils mit Helmen, Schilden und Gummischrot-Flinten ausgerüsteten Trupp Bahnpolizisten. Im Hintergrund bellte ein Polizeihund an der Leine.
    Die Beamten liessen überhaupt niemanden mehr in den Bahnhof hinein, obwohl hinter ihnen der für diese Uhrzeit an einem Wochenende üblich lebendige Betrieb herrschte: Am Express-Buffet stehen Menschen Schlange, vor den Geleisen warten Passagiere auf ihre Nacht-Züge nachhause, ganz im Hintergrund bewirtet ein italienisches Bahnhofscafé seine Gäste und auch Kebab ist am Stand zu haben.
    Plötzlich war im Hintergrund aber auch das Krachen von Gummischrot-Flinten oder Knallpetarden zu hören, vermutlich um die Ecke in der Bahnhofshalle. Wer auf den Zug wollte oder ein Sandwich, hatte Pech.

    Festung Hauptbahnhof

    Auch das Filmen dieser Szene beim Bahnhofeingang untersagten die Beamten: "Kamera weg!" rief ein Bahnpolizist. Ein anderer kam darauf aus dem Nichts auf mich zu, wand mir unvermittelt den Arm auf den Rücken, hiess mich mitzukommen und schob mich an eine Wand. Darauf nahm mir sein Kamerad die Kamera aus der Hand, die auf meinen Rücken gepresst wurde. Dann hiess es: "Ausweiskontrolle!" Dazu liess er meinen Arm los. Allerdings wurde die Aufzeichnung durch den Beamten oder bei der Abnahme der Kamera beendet.
    Nachdem er mir meinen Ausweis zufrieden zurückgegeben hatte, wollte der Beamte den Film löschen. Er wolle nicht sein Gesicht auf dem Film haben, sagte er. Ich erwiederte freundlich, dass das Gerät unverzüglich auszuschalten sei und von mir aus eingezogen und dem Staatsanwalt übergeben werden könne (der übliche Dienstweg bei Löschbegehren von Beamten). Hierauf erhielt ich mein Gerät wieder und durfte gehen, allerdings noch immer nicht in den Bahnhof sondern zurück ins Shopville hinunter. Das Filmen der Szene beim Bahnhofeingang wurde untersagt.
    Unten angekommen stand ich gleich wieder vor einem Trupp Polizisten, diesmal Zivilfahnder der Stadtpolizei, einige mit Fotoapparaten, Pfeffersprays und olivgrünen Berghelmen, andere mit Polizei-Sturmhauben, Kapuzen oder Velohelmen, alle den Krawallmachern zum Verwechseln ähnlich, einige auch Fotografen ähnlich. Diese Polizisten liessen mich die Szene aber wenigstens Filmen. Einem Beamten tränten stark die Augen. Er wusste, dass ich keine Portraitaufnahmen machen darf, empfahl mir aber, seine Augen zu filmen. Er wusste nicht, was die Reizung der Augen verursachte. Er sagte, dass er alles - Pfefferspray, Tränengas und Steine - abbekommen hatte. Ein Teil seiner Gruppe bewegte sich in Richtung Railville, der Untergrundbahnhof, die anderen gingen nach oben, wo ich gerade zuvor am Filmen gehindert worden war.


    Zugang zum Bahnhof gewährte schliesslich der Eingang bei der Sihlpost. Dort gab es überhaupt keine Polizei. Unten im Hauptgebäude jedoch hatte sich das Filmteam der Stadtpolizei inmitten der Menschen aufgebaut.Eine Reihe von Bahnpolizisten riegelte die Bahnhofshalle und den Zugang beim Shopville ab. Die Situation war ruhig.
    Vor dem Platzspitzpark gegenüber dem Hauptbahnhof war ein sehr grosses Polizeiaufgebot zu beobachten. Es sah so aus, als ob dutzende eingekesselte Verdächtige festgenommen würden.Die Prozedur dauerte länger. Derweil war es inzwischen möglich, von der verwüsteten Tramhaltestelle am Bahnhofquai einen Augenschein zu nehmen. Weder am Bahnhofplatz noch am Bahnhofquai waren jetzt noch Krawallmacher anzutreffen.

    Die Haltestelle war von einer Horde Vandalen heimgesucht worden: Ein Container war angezündet worden, das Plastikmaterial schien mit dem Asphalt verschmolzen. Alle städtischen Abfalleimer an der Haltestelle waren aufgebrochen, teilweise angezündet und ihr Inhalt über die Haltestelle verteilt worden. Die Billetautomaten wiesen alle Brandspuren auf, mehrere Scheiben waren zertrümmert. Die Zeitungsautomaten und -ständer waren alle beschädigt, angezündet, gekippt und verrückt, einzelne Sitze der Haltestelle aus ihren Verankerungen gerissen und verschwunden. Überall lagen Scherben, Steine und Abfälle. Doch nachdem Entsorgung und Recycling Zürich einen Sondereinsatz geleistet hatte, war um 6.00 Uhr nicht mehr viel von diesem Bild der nächtlichen Verwüstung zu sehen.

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    Auch auf den umliegenden Strassen gab es Scherben, Pflastersteine, Baustellenmaterial, Plakatständer, Velosattel, Gartenstühle. An verschiedenen Orten um den Hauptbahnhof waren parkierte Fahrräder und Motorräder umgestossen worden. Beim Einkaufszentrum Coop war an der Ecke Bahnhofbrücke-Bahnhofquai ein Minibus der Stadtpolizei auf die Seite gekippt worden. Die Stadtpolizei schätzt den Schaden auf 100'000 bis 200'000 Franken und die Kosten für den Einsatz auf 250'000 Franken.

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    Die unbekannten Organisatoren hatten via SMS und Internet zur illegalen Party im Zentrum von Zürich aufgerufen, nachdem sie schon eine Woche zuvor, am 10. September, eine illegale Party, die zwischen Bellevue und Bahnhof Stadelhofen in einen Krawall mit wüsten Vandalenakten ausgeartet war, steigen lassen hatten.
    Die Zürcher Medien hatten ausgiebig über den Anlass am 10. September berichtet. Die Organisatoren des Anlasses hatten darauf für den 17. September Treffpunkt Central angekündigt. Sie erwarteten laut Medien rund 800 Besucher, nachdem am 10. September schon rund 1000 Personen ans Bellevue gepilgert waren. Ob sich diese hohe Besucherzahl halten liesse, musste dahin gestellt bleiben, weil nicht auszuschliessen war, dass sich ein grosser Teil der Partyteilnehmer vom 10. September durch die damalige Auseinandersetzung mit der Stadtpolizei, Vandalismus, Gewalt auch gegen Feuerwehr und Sanität sowie Verletzten abgestossen fühlten und einer neuen Veranstaltung dieser Art am 17. September fern bleiben würden. Klar war jedoch, dass sich auch am 17. September gewaltbereite, vor allem männliche Jugendliche, welche den gewaltsamen Konflikt mit der Polizei, den Krawall suchen, unter die Nachtschwärmer mischen würden. Infolge der Ausschreitungen vom 10. September waren allenfalls aber auch vermehrt durch die Medien über Zeit und Ort der "Party" am 17. September informierte Gaffer zu erwarten.

    Die Krawallmacher waren weder der gewaltbereiten Fussballfan- noch der linksautonomen Szene klar zuzuordnen. Inhalte, die sie nebst Vandalismus und Hass gegen die Polizei eindeutig charakterisieren, liessen sie nicht erkennen.
    Einzig die unbekannten Partyveranstalter hatten mehr nicht-kommerzielle Freiräume für Jugendliche gefordert, konkret das Recht, ihre bisher illegalen und von der Polizei jeweils aufgelösten Partys legal zu veranstalten. Diese Forderung legten sie denn auch den Veranstaltungen am Bellevue und am Central zugrunde. Dass mit der Spur der Verwüstung, die diese Partys an zwei aufeinander folgenden Wochenenden hinterlassen haben, und dem sinnlosen, gefährlichen, gewalttätigen Verhalten der Krawallmacher keine Sympathien zu gewinnen sind, ist offensichtlich.


    Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)

    Dienstag, 10. Mai 2011

    Menschenrechts-Demonstration durch Zürcher Innenstadt

    Am Freitag, 6. Mai 2011, haben 50 bis 60 Personen in der Züricher Innenstadt für Menschenrechte in Bahrein demonstriert. Der verkehrspolizeilich gesicherte Umzug verlief friedlich.

    Die Demonstrantinnen und Demonstranten arabischer Herkunft forderten Menschenrechte und Demokratie für Bahrein und protestierten gegen dortige Unterdrückung von Demonstrationen. Ebenfalls forderten sie einen Abzug saudischer Truppen und den Einsatz von UN-Beobachtern. Sie beklagten Menschenrechtsverletzungen.

    Menschenrechtsdemonstration für Bahrein in Zürich

    Menschenrechtsdemonstration für Bahrein in Zürich

    Im Februar 2011 kam es im Zuge der Umwälzungen im nahen Osten auch in Bahrein zu Protesten. Am 15. März wurde über Bahrein für drei Monate der Ausnahmezustand verhängt. Rund 2000 Soldaten und Polizisten wurden durch Vermittlung des Golfkooperationsrats von Saudi-Arabien (1200) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (800) entsandt. Am Sonntag, 8. Mai, verkündete der Generalsekretär des Golfkooperationsrats, Dr. Abdullatif bin Rashid Al-Zayani, dass seine Majestät König Hamad bin Isa Al-Khalifa von Bahrein die Aufhebung des Ausnahmezustands per 1. Juni 2011 verfügt hat.




    Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)

    Freitag, 6. Mai 2011

    Kaffeeblog

    Was wer über Moleküle bloggt braucht, damit auch der Kaffee(blog) vollständig ist



    Post-Updates:
    • 2. August 2016: wechsel von Jmol zu JSmol; kosmetische Änderung.
    • 6. Mai 2011: Post mit Jmol zur Darstellung des Koffeinmoleküls erstellt.

    Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)

    Donnerstag, 21. April 2011

    Mit Jmol bloggen!

    Was wer über Moleküle bloggt braucht, damit auch der Kaffeeblog vollständig ist



    Als ich jünger war, bastelte ich mit dem Molekülbausatz aus Spaß alle (damit) möglichen Verbindungen. Das war kurz vor der Zeit des Programms Rasmol. Das letzte Modellmolekül, das ich mir zusammen gesteckt hatte, weil ich es eigentlich von der Decke hängen lassen wollte, verstaubte dann schließlich jahrelang zuoberst auf meinem Büchergestell, während ich mir chemische Verbindungen vom Computer dreidimensional und beliebig drehbar darstellen ließ - mit Rasmol und wie sie alle hießen.
    Der Zeitvorteil der Moleküldarstellung mit Rasmol oder im Netscape Navigator und im Microsoft Internet Explorer auch mit dem Plugin Chime von MDL (heute Symyx) gegenüber dem Molekülbausatz ist unbeschreiblich: Im Klassenzimmer beispielsweise kann die Lehrperson ein Molekül per Beamer auf die Leinwand projizieren und dreidimensional vorführen, oder die Klasse erhält über das Intranet des Instituts Zugriff auf Rasmol und Moleküldateien, um sie sich über ihre Laptops anzusehen
    Mit Modelliersoftware wie beispielsweise ISIS/Draw von MDL (das Programm heißt heute Symyx Draw) lassen sich Moleküle zudem rasch und bequem notieren und für Rasmol und andere Molekülvisualisierungsprogramme darstellbar als computerlesbare Moleküldatei speichern. Bei größeren Molekülen ist auch dies viel schneller als das Zusammenstecken eines Molekülmodells.


    Internetmedien ohne Grenzen

    Die neuen Internetmedien verändern mit ihrem multimedialen Datenstrom tagtäglich die Welt. Der technologische Fortschritt indessen verändert die Medien. Zeitungen etwa ersetzen in ihren Onlineausgaben je länger desto mehr Fotos, die in der Printausgabe einzeln platziert werden müssen, mit ganzen Diashows oder Videos oder ergänzen sie seltener auch mit Audios.

    Gerade aber Webseiten und Blogs machen vor, was in der Pipeline der Zukunft für Innovationen unterwegs sind: So ist es nicht besonders erstaunlich, wenn einen die Kassenschlager der Videospiele von gestern heute auf irgendeiner Webseite zufällig auf eine Runde einladen. Denn als Java-Applets feiern sie ihre Wiederauferstehung auf Webseiten, Blogs und sogar auf Mobiltelefonen. Es gibt nahezu unendlich viele Java-Möglichkeiten, Internetmedien zu bereichern. Jeder erdenkliche Input lässt sich auf einer Website oder einem Blog durch eine Java-Applikation ausgeben, Aufnahmen von Überwachungskameras, die Anzeige eines Videospiels oder einer Landkarte und natürlich auch drehbare 3D-Modelle von Molekülen.


    Java ist plattformunabhängig

    Die Java-Applikation, welche die obigen 3D-Darstellungen eines rotierenden Koffein-Moleküls erzeugt, heißt Jmol. Im Grunde genommen hält man dasselbe Produkt wie Rasmol in Händen. Der Unterschied besteht darin, dass Jmol zu 100% in Java geschrieben ist und sich somit unabhängig von der Hardware (der Java-Interpreter bildet eine hardwareunabhängige Plattform) ausführen lässt, während der Quellcode von Rasmol in C gehalten und zunächst für jede Plattform ausführbarer Maschinencode zu kompilieren ist.

    Ist somit Rechengeschwindigkeit die Stärke von Rasmol, ist Plattformunabhängigkeit die Stärke des Javaprogramms. Es lässt sich auf jedem javafähigen Computer ausführen und als Java-Applet in jede Webseite einbauen. Dem Molekülblogger stellt sich lediglich die Frage, wie der HTML-Code lautet, um mit Jmol ein Molekül in seinen Blogbeitrag oder als Box auf einer Seite seines Blogs darzustellen: Grundsätzlich ist das Java-Applet Jmol auszuführen und von diesem die gewünschte Moleküldatei einzulesen, eine wirklich sehr, sehr einfache Angelegenheit. Erforderlich ist lediglich ein Blogsystem und ein Webhost, die Java-Code auf den Seiten zulassen, sowie URI-Referenz von Java-Applet und Moleküldatei.



    1. URI-Referenz von Jmol-Java-Applet und Moleküldatei generieren:

    Damit Jmol wie oben aus deiner Webseite oder deinem Blog lacht, muss der Webbrowser der Besucher das Java-Applet und die Moleküldatei aufrufen. Der Quellcode deiner Webseite oder deines Blogs muss also die URI-Referenz zum Applet und zur Moleküldatei enthalten:

    Entweder du kopierst einfach die URI-Referenz von einer der zahlreichen Webseiten, welche selber Jmol verwenden, und lässt das Java-Applet von deren Server laden.

    Kommentar
    : Das ist juristisch (noch) nicht unerlaubtes Trittbrettfahren, weil informationstechnologische Hyperintegration dieser Art zwecks effizientem Verfügbarmachen von Ressourcen gerade das Kernkonzept des Internets und seiner Architektur zu spiegeln scheint, sozusagen die Idee dahinter war. Achte gegebenenfalls einfach darauf, dass du URI-Referenzen zu ausschließlich leistungs- und bandbreitenstarken Servern mitverwendest und unbedingt auf ein eigenes Datei-Repositorium zurück greifst, wenn du erheblichen Verkehr verzeichnest.


    Oder du legst die Dateien für das Jmol Java-Applet und das Molekül ab
    • in einem Unterordner des Arbeitsordners deines Webservers. Den Inhalt dieses Ordners veröffentlichst du im Web, wobei du ihm eigene URLs zuweist. Als URI-Referenz im Quellcode der Webseite oder des Blogs ist in diesem Fall die absolute URI erforderlich.
    • in einem Unterordner des Siteordners der Website oder des Blogs, die oder der das Molekül darstellen soll. Als URI-Referenz im Quellcode der Webseite oder des Blogs genügt in diesem Fall die relative URI.


    2. Java-Code in Webseite einfügen: 

    Du verschaffst dir Zugriff auf den HTML-Quelltext der Internetseite, in die du die Moleküldarstellung einbauen willst, und fügst am gewünschten Ort ein:
    <script src="<URI-REFERENZ ZU DATEI Jmol.js>" type="text/javascript"> </script> <script type="text/javascript"> jmolInitialize("<URI-REFERENZ ZU ORDNER MIT JMOL-DATEIEN>"); jmolApplet(<APPLET-GRÖSSE>, "load <URI-REFERENZ ZU MOLEKÜLDATEI>; <GGF. WEITERE SCRIPT-BEFEHLE>;"); </script>

    Funktionierendes Beispiel:
    <script src="http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/jmol/jmol.js" type="text/javascript"> </script> <script type="text/javascript"> jmolInitialize("http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/jmol", "JmolAppletSigned.jar"); jmolApplet(500, "load http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/mol/caffeine.xyz.gz; spin on;"); </script> 


    3. Hinweise:

    • jmolInitialize initialisiert mit dem ersten Parameter den Ordner auf dem Webserver oder eine externe Internetquelle, in welchem sich die Applet-Dateien befinden. Im funktionierenden Beispiel ist dies der Webordner http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/jmol.

      Handelt es sich dabei wie im Beispiel um einen Webordner, der nur einen mit Redirect versehenen Ordnerzugriff gestattet, kann das primäre Jmol-Applet "JmolApplet0.jar" (welches durch die Initialisierung jmolInitialize standardmässig geladen wird, wenn nichts anderes vorgegeben ist) die benötigten weiteren Applet-Dateien wegen des Redirects nicht nachladen. Stattdessen ist deshalb "JmolApplet.jar" zu verwenden, welches sämtliche Module enthält, dafür aber rund 2MB gross ist (zum Vergleich: "JmolApplet0.jar" ist rund 900k gross) und zum Laden deshalb rund doppelt so lange braucht wie "JmolApplet0.jar", das benötigte Funktionsmodule zu gegebener Zeit jeweils nachlädt. "JmolApplet.jar" ist sozusagen die "all-in-one"-Lösung.
       
    • Das Beispiel oben spezifiziert unter jmolInitialize als zweiten Parameter die Applet-Datei "JmolAppletSigned.jar" anstelle des standardmässigen (und deshalb als Parameter nicht anzugebenden) "JmolApplet0.jar". Jene ist die signierte Version von "JmolApplet.jar".
      Die signierte Versionen wird hier deshalb benutzt, weil die Moleküldatei "caffeine.xyz.gz" von einem externen Server bezogen wird (nicht von http://online-chris.blogspot.com oder einem Unterordner dieser Domäne): Das Jmol-Applet benötigt für diesen Zugriff auf eine externe Internetquelle aus Sicherheitsgründen die Zustimmung des Benutzers. Um die Moleküldatei zu laden, muss der Benutzer dem signierten Jmol-Applet die Berechtigung geben, auf dem Rechner zu laufen, denn nur das signierte Applet kann auf externe Webseiten zugreifen. Das nicht-signierte Applet kann nur auf Dateien imselben und untergeordneten Ordnern zugreifen (also in diesem Beispiel auf Dateien in einem Ordner von http://online-chris.blogspot.com oder einem seiner Unterordner).
       
    • Um in Blogger-Posts Java-Applets erfolgreich einzubauen, darf es in der Skript-Sequenz keine Zeilenumbrüche geben. Gibt es Zeilenumbrüche, funktionieren die Applets nicht (Stand April 2011).
       
    • Die Initialisierungssequenz für das Java-Applet Jmol.js (im Beispiel: <script src="http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/jmol/jmol.js" type="text/javascript"> </script>) muss nur einmal auf einer Webseite erfolgen, danach können unbeschränkt Skript-Sequenzen für Jmol-Fenster (im Beispiel: <script type="text/javascript"> jmolInitialize("http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/jmol", "JmolAppletSigned.jar"); jmolApplet(500, "load http://sites.google.com/site/nsciwas/resources/mol/caffeine.xyz.gz; spin on;"); </script>) eingebaut werden. Beide Sequenzen können unmittelbar aufeinander folgen. Es schadet nicht, wenn sich die Initialsierungssequenz auf einer Seite mehrfach wiederholt ("Jmol.js" hat eine Dateigrösse von rund 57kB und lädt somit sehr zügig). In Blogger kann sie mit dem Vorlagen-HTML-Editor beispielsweise ganz oben im Seitenkopf untergebracht werden.
       

    Copyright © 2011 Christian Natiez (Schweiz)

    Samstag, 26. März 2011

    An den Hebeln des Blogs

    Windows Live Writer Plugins unter die Lupe genommen

    Für den Windows Live Writer (WLW) stehen rund 170 Plugins von Microsofts WLW-Pluginseite zur Verfügung. Welche Plugins sich für den jeweiligen Gebrauch eignen, geht dort aus ihrer englischsprachigen Beschreibung hervor. OnlineChris hat einige dieser Plugins unter die Lupe genommen und geprüft, inwiefern sie das Schreiben von Blogbeiträgen unterstützen.


    Wikipedia Link
    Wie man einen Link zu einem Wikipedia Artikel mit einem Klick einfügt? Mit dem Wikipedia Link Plugin.


    Bibelvers des Tages auf Englisch
    Bibelkunde auf Knopfdruck liefert das “Verse of the day”-Plugin:

    Romans 6:23“For the wages of sin is death, but the gift of God is eternal life in Christ Jesus our Lord.”

    Brought to you by BibleGateway.com. Copyright (C) . All Rights Reserved.


    Linktitel (ohne Umlaute)
    Das Plugin “Title Link” holt den Titel einer Webseite einschließlich Verknüpfung, indem man die URL eingibt. Es lieferte folgende Beispiele zurück; OnlineChris oder Startseite Kanton Zürich. Mit den Umlauten gibt es also anscheinend ein Problem.


    Textvorlagen
    Das Plugin “Text Template” erlaubt das Definieren verschiedener Textvorlagen für häufig gebrauchte Formulierungen oder Texte, die per Mausklick in den Text eingefügt werden, zum Beispiel: “Copyright © Christian Natiez”


    Tabellen
    Mit dem Plugin “Table” lassen sich einfach Tabellen einfügen. Im Unterschied zur im WLW eingebauten Tabellen-Funktion wartet “Table” mit einem geringfügig erweiterten Funktionsumfang (mehr Anpassungsmöglichkeiten der Tabelle) auf. Wer häufig mit Tabellen arbeitet, ist damit gewiss gut bedient. Der Text ist allerdings von Hand in die Tabellenfelder einzufügen. Die Breite der Tabellenfelder lässt sich danach noch manuell verändern:

    Vorname John
    Nachname Doe


    HTML-Vorlagen
    “Insert Snippet” erlaubt wie auch die Plugins “Template” und “Template Insert” das Einfügen von Vorlagen, allerdings von HTLM-Vorlagen, beispielsweise:
    so schön ist Kleinschrift

    Webseite verlinken
    Das Plugin “Link to a web page” macht das ad-hoc Verlinken von Webseiten einfach. Erforderlich ist die Eingabe einer URL (zwingend mit vorangestelltem “http://”), eines Textes (über den die URL erreichbar werden soll) und eines Titels (der eingeblendet wird, wenn man mit dem Mauszeiger über den Link fährt), zum Beispiel: wie die NZZ berichtet. Dieses Plugin macht der eingebauten WLW-Linkfunktion jedoch keine nennenswerte Konkurrenz.


    <small> Tag
    Das ist der small Tag. Er taggt eine ausgewählte Textstelle mit dem HTML-Befehl <small>. Theoretisch kann erst aus dem HTML-Quellcode ersichtlich werden, dass die markierte Textstelle small getagged ist.


    Zitat des Tages auf Englisch
    “Quote of the day” lieferte folgende zwei Resultate zurück:

    Quote of the Day:
    If at first you don't succeed… make sure nobody finds out you tried!
    --Unknown

    Quote of the Day:
    Error connecting to web service.
    --


    Zeugnis der Inspiration
    Das “Now Playing”-Plugin überprüft, was auf dem Standardmedienspieler des PCs gerade läuft, holt sich die Detaildaten übers Internet (im Beispiel von last.fm) und fügt sie in den Text ein, zum Beispiel:

    Amy Winehouse - Back To Black – Rehab


    Zitate einfügen leicht gemacht
    Das Plugin “Paste As” erlaubt das mit “Blockquotes” vorformatierte Einfügen von Text:
    Als Beispiel posiert eine Robbe aus der RTL2-Sendung “Total Science – Wissen zum Anfassen”am 24. März 2011, 4.55 – 5.20 Uhr zu den Themen “Waffen der Zukunft”, Robben, Höhlenmalerei, und “die größte Erfindung aller Zeiten: Die Schrift”. Die Sendung ist sehr empfehlenswert.


    MP3 In Blogpost einbinden
    Das “MP3-Player”-Plugin liefert den QuickTime-Player zum Abspielen einer MP3-Datei:





    Das “Media Player”-Plugin liefert den Windows Media Player:


     


    Hinweise:
    • Eingebundene MP3-Dateien müssen irgendwo im Web frei abrufbar sein.
    • Die entsprechenden Mediaplayer müssen auf dem PC installiert sein und vom Browser erkannt werden.
    • Manche Browser können anstelle eines Mediaplayers auch nur den Downloadlink der MP3-Datei anzeigen.


    XFN
    Das Plugin “XFN Link” lässt XFN-freundliche Links einfügen. Beispiel:



    Videos einfügen
    Das Plugin  “Insert Video” für hosted WordPress ist für WP.org-Blogs konzipiert und fügt andernorts folgende Zeile ein: [YouTube=http://www.youtube.com/watch?v=e-kwP0rMF0w] “Insert Video” für alle fügt in diesem Bericht ein:


    WLW enthält auch eine eingebaute Funktion, um Videos einzufügen (“Video” einfügen). Dieses erlaubt, sich mit dem eigenen YouTube-Konto anzumelden und aus der Liste der eigenen Videos auszuwählen, eine Videodatei zu YouTube hoch zu laden und gleichzeitig im Blogpost zu verlinken oder wie das Plugin “Insert Video” irgendeine Video-Internetressource zu verlinken:




    Symbole einfügen
    “Insert Symbol” ist einfach und praktisch. Dieses Plugin erspart dem Blogger das Öffnen anderer Text-Applikationen, um in diesen Spezialsymbole zu erzeugen und ins Blogpost zu kopieren. Insert Symbol hat eine Auswahl an gängigen Symbolen, beispielsweise ©, ¼, € und dergleichen.


    Fotos aus dem Web einfügen
    Das Plugin “Live Search Images” sucht anhand von Stichwörtern mit Windows Live nach im Internet verfügbaren Bildern. Im folgenden Beispiel wurden die Stichwörter “zurich” und “police” verwendete. “Live Image Search” liefert eine Auswahl von maximal 25 Bildern zurück, davon im Test das folgende aus den Beständen der WikiMedia-Commons.


    Da Bilder auch aus den Beständen von Wikimedia urheberrechtlich geschützt sind, ist jedoch sicherzustellen, dass die Auflagen für eine Verwendung erfüllt werden. Die Überprüfung muss manuell vorgenommen werden. Das heißt, das Bild muss auf der Seite der Wikimedia Commons überprüft werden. Um die Publikationsrechte für das Bild zu prüfen, ist auf der Seite der Wikimedia Commons ebenfalls mit den Suchbegriffen “zurich” und “police” zu suchen. Das Bild wird als erstes aufgelistet. Das Bild wird korrekt deklariert: es untersteht einer “Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic”-Lizenz. Konkret heißt das, dass der Fotograf namentlich zu erwähnen und die Modalitäten der Lizenz mit der Verwendung ebenfalls stets zu nennen ist. Der Fotograf ist Mark Hull. Die Bildquelle ist zudem das Webfotoarchiv Flickr. Es ist unter folgender URL abrufbar: http://www.flickr.com/photos/hully_exile/2459531253
    Bei Flickr-Bildern ist zu beachten, dass sie gemäß Nutzungsregeln von Flickr stets mit einem Link zur Bildseite auf Flickr zu versehen sind, wenn man sie auf einer anderen Website als Flickr platziert (wie in diesem Blogpost). Erforderlich ist ein Link zur Flickr-Seite, welche das Bild, Urheberrechtsinformationen und Identität des Fotografeninfos enthält – unter keinen Umständen nur einen Link zur eigentlichen Bild-URL, den Windows Live Search bei dieser Test-Suche mit den Stichwörtern “zurich” und “police”  etwa zu folgendem Flickr-Bild ohne jegliche Information zum Fotografen oder Urheberrechtsschutz ablieferte:


    Quintessenz:
    Das “Windows Live Image Search”-Plugin ist zwar handlich, aber gefährlich, weil Ignoranz sich dabei ohne es zu wissen und zu bemerken einer womöglich sehr teuren Urheberrechtsverletzungen schuldig machen könnte. So gesehen ist dieses Plugin eher nutzlos - ausgenommen die Verwendung für rein private Blogs, zu denen niemand sonst Zugang hat. Das Plugin wäre gut brauchbar, würde es auch gleich die Urheberrechtsinformationen zu den Bildern mitliefern. Denn die Nachkontrolle der Urheberrechte an von “Windows Live Image Search” gefundenen Bilder verschlingt sehr viel Zeit.


    Auf gut Glück
    Das “I’m feeling lucky”-Plugin liefert einen Link zu einer “Auf-gut-Glück”-Suche mit Google, wahlweise nach dem sichtbaren Begriff (im folgenden Beispiel “Latein”) oder einem anderen Begriff unter einem Deckbegriff (folgend “Katze” hinter “Hund”):


    Smiley-Selektion gefällig?
    Das Plugin “Insert a Smiley” bietet eine Auswahl an vier verschiedenen Smiley-Klassen: Microsoft-Smileys, Yahoo-Smileys, Yahoo Hidden Smileys und diverse von Cybergif.com.

     Party Devil Oh go on   

    Hinweis
    : Diese Smiley-Grafiken werden von externen Webressourcen zur Verfügung gestellt und sind somit so lange sichtbar wie sie von diesen Webseiten zur Verfügung gestellt werden: http://messenger.msn.com, http://us.i1.yimg.com und http://www.cybergifs.com. Letztere könnten Anstelle der Smiley-Grafik auch Werbung platzieren. Dem Plugin lassen sich eigene Smileys von einem Webrepositorium hinzufügen – allerdings lassen sie sich nicht über die GUI des Plugins wieder löschen.


    Gestylte Listen
    Das “Bullets!”-Plugin erlaubt einige alternative, farbige Listenpunkte, beispielsweise:

           Rucksack
           Messer
           Bergschuhe
           Regenschutz
           Thermosflasche

    Standardmäßig sehen Listenpunkte des WLW wie folgt aus:
    • Rucksack
    • Messer
    • Bergschuhe
    • Regenschutz
    • Thermosflasche
    Hinweis: Diese neuen Bullets werden von einer externen Webseite verlinkt (http://www.dotnetscraps.com) und sind im Blogpost somit solange wie auf jener Webseite verfügbar. Dem Plugin lassen sich auch eigene Bullets von einem Webrepositorium hinzufügen – allerdings lassen sie sich nicht über die GUI des Plugins wieder heraus nehmen.


    In der Kürze liegt die Würze
    Das “Count Words”-Plugin zählt die Wörter einer Auswahl. Es fügt nichts in einen Artikel ein, sondern meldet die Anzahl Wörter in einem Windows-Fenster. So lässt sich abschätzen, ob das Gewicht der Wörter jenes der Worte überwiegt oder nicht.


    image_thumb[4]


    WLW Einstellungen sichern und migrieren
    Mit dem “Import/Export” Plugin lassen sich sämtliche Einstellungen einschließlich die Einstellungen der im WLW registrierten Blogs als Datei exportieren (und auf anderen Rechnern oder nach einer problembedingten Neuinstallation von WLW wieder importieren). Die Akkuratesse der exportierten und wieder importierten Daten hat der Autor zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorgenommen. Sobald das Resultat vorliegt, wird dieser Blogeintrag aktualisiert.


    Horizontale Linien
    Das “Horizontal Line”-Plugin scheint ganz nützlich.


    Google Maps
    Das “Google Maps”-Plugin erweist sich als sehr nützlich:

    Pilatus - Rigi auf einer größeren Karte anzeigen


    Bing Karten
    Der WLW verfügt auch über eine eingebaute Kartenfunktion von Bing:

    Kartenbild


    Einfügen und hoch laden
    Das Plugin “Flickr Uploader” eignet sich, um ein Foto auf ein Flickr-Konto hoch zu laden und gleichzeitig in den Blog einzufügen:

    image_thumb[8]


    Aussuchen und einfügen
    Das “Flickr Image Insert”-Plugin gestattet Zugriff auf ein bestimmtes Flickr-Konto oder auf den gesamten öffentlichen Bestand von Flickr. Dabei entsteht dasselbe Problem wie schon beim “Windows Live Image Search”-Plugin: die Urheberrechte sind zwingend zu beachten. Allerdings werden Flickr-Bilder von diesem Plugin automatisch mit der Bildseite von Flickr verknüpft, sodass dass wenigstens dieser Anforderung der Nutzungsbestimmungen von Flickr entsprochen wird. Dennoch muss für jedes Bild die urheberrechtliche Verfügbarkeit manuell geprüft werden.

    image_thumb[11]

    Auf einen Mausklick sodann lässt sich das gewählte Bild ab Flickr-Archiv inklusive Link zur Flickr-Bildseite einfügen:

    DSC_4020


    Koordinaten
    Wer Koordinaten sucht, erhält sie durch das Geo-Microformat-Plugin. Es erlaubt, einen bestimmten Ort auf der Welt anzuzoomen und dessen Koordinaten wie folgt in den Artikel einzufügen. Für den Bürkliplatz in Zürich lautete die Ausgabe von Geo-Microformat: “47.36611280472568.54118347167968”. Das Leerzeichen ist an der richtigen Stelle manuell einzufügen: 47.3661128047256 8.54118347167968


    Emoticons
    Wer Emoticons mag, dem liefert coole Emoticons das Plugin “Cool Emoticons”, zum Beispiel:


     


    Hinweis
    : Diese Emoticon-Grafiken werden von einer externen Webressource zur Verfügung gestellt und sind somit im Blogbeitrag so lange sichtbar wie sie  zur Verfügung stehen von http://em.xjoy.org. Dem Plugin lassen sich keine URLs von anderen oder eigenen Grafiken als Emoticons hinzufügen.


    GUI für Kontaktdateneingabe
    Das “Contact”-Plugin erfasst allerlei persönliche und berufliche Kontaktdaten von natürlichen und juristischen Personen. Es arrangiert sie beim Einfügen in den Text passend. Die Details, weshalb das Erfassen der Kontaktdaten nicht dasselbe ist wie wenn man sie manuell eingibt, ist aus dem HTML-Quellcode ersichtlich.

    Northwind Chocolates 
    Schweiz


    Buchinformationen von Amazon in Englisch
    Einfügen von Buchinformationen von Amazon.com mit “Book Details” Plugin:

    Deep Storm

    by Lincoln Child

    Read more about this book...


    IE Favoriten einfügen
    Das Plugin “IE Shortcuts” ermöglicht, Links aus der IE-Favoritenliste auszuwählen und in den Text einzufügen.



    Bing-Übersetzung
    Das “Bing Translation”-Plugin erlaubt die Übersetzung eines Textes in eine große Anzahl Sprachen automatisch. Der übersetzte Text kann wahlweise als Einblendung über der Übersetzung erscheinen oder nicht, die Übersetzung als Zitat oder Einfachtext. Beispiele:
    Il s'agit d'un texte simple. Ce texte n'a pas de clause subordonné. Il se compose de clauses principales. La machine est le taux.
    Oder wir lassen “der Direktor kam zu spät” als EInfachtext zum Beispiel auf Italienisch übersetzen und heben den übersetzten Text manuell hervor (kursiv):
    Il direttore è venuto troppo tardi.

    Hinweis
    : Begriffe, die Bing nicht kennt, werden ohne Kommentar nicht übersetzt.


    Amazon Quicklinks
    Das Plugin “Amazon Quicklinks” lässt das Einfügen von Amazon-Suchbegriffen als Link zu, beispielsweise:


    Alternative Fonts
    Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. Ob ein Font angezeigt werden kann, hängt allerdings stark vom benutzten Browser ab und setzt voraus, dass der anzuzeigende Font installiert ist. Beispiele:
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Fiolex Girls)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Roman)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Cordia New)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Tall Paul)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Times New Roman)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Verdana)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Utah)
    • Das Plugin “Clipboard Live” gestattet, Rich Text in HTML zu transformieren. (Lucida Console)



    Manche Plugins sind von einem externen Internetdienst abhängig, einzelne erfordern darüber hinaus ein Benutzerkonto für den Dienst, zum Beispiel unter anderem Microsoftdienste wie Azure Blob, Amazondienste wie S3 oder Yahoodienste wie Delicious. In dieser Plugin-Betrachtung konnten nur wenige Dienste und Plugins dieser Art berücksichtigt werden: der Fotodienst Flickr und externe Webressourcen für kleine Grafiken wie Smileys, Emoticons und ähnliches. Andere Plugins, die in den Post eingefügte Bilder oder Dateien an andere Internetdienste als den Bloghost hoch laden und via Link von dort in den Blogbeitrag einbauen, wurden keine berücksichtigt.

    Von den zahlreichen Plugins, welche die Darstellung von Programmquellcode optimieren, wurde keines ausprobiert. Welches Quellcodeoptimierungs-Plugin sich denn für welche Sprachen am besten eignet, liefe angesichts der stattlichen Anzahl solcher Plugins und Sprachen auf eine überaus langwierige und mühselige Probiererei hinaus, deren Resultat naheliegender Weise ohnehin früher oder später dem natürlichen Feedback aus Programmier- und Webdesignererkreisen zu entnehmen sein wird respektive in diesen Kreisen ohnehin schon allseits bekannt ist. Somit sind in die Betrachtung vorwiegend Plugins einbezogen worden, die dem durchschnittlichen Blogger von Nutzen sein könnten.

    Plugins, die bei Aufruf entweder Fehlermeldungen zurück lieferten, abstürzten oder unzureichende Resultate brachten (für Blogger- oder WordPress-Blogs), sind von diesem Pluginbericht ausgeschlossen. Denn empirisch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie unter einer anderen Systemumgebung und mit anderen Blogsystemen problemlos funktionieren würden. Solange dies nicht festgestellt ist, erübrigt sich auch die Feststellung, dass sie nicht funktionieren.

    Zwei Plugins, die Text in HTML mit <pre> markieren, konnten in diesem Beitrag nicht vollständig demonstriert werden, weil das Einsetzen des <pre></pre> Tags im HTML-Code der Blogseite zu einem Problem in der Darstellung von nachfolgenden Leerzeilenabständen führte (der 1:1 gleiche Blogbeitrag weist diese Problematik auf einem WordPress-Blog im Unterschied zu diesem Blogger-Blog nicht auf; allerdings ist der WordPress-Blog andererseits nicht willens, die mit dem “Clipboard Live”-Plugin erzeugten Fonts darzustellen, was dieser Blogger-Blog ja mit Bravour erledigt): Es handelt sich um das Konsolentext-Plugin, welches TTY-Stil durch die <pre> Formatierung erzielt, und das “Paste As”-Plugin, mit dem Text ebenfalls als <pre> formatierter Text eingefügt werden kann.

    Copyright © 2011 Christian Natiez

    Sonntag, 13. März 2011

    Linksfeministischer Spaziergang durch Zürich

    Friedliche Demo zum 100. Frauenkampftag durch Zürich

    Am Samstag, 12. März, zogen rund 200 Personen in einem linksautonomen Demonstrationszug durch die Zürcher Innenstadt zum Helvetiaplatz. Es gab weder Sachschäden noch Katz-und-Maus-Spiele mit der Polizei. Der Zug war unter dem Motto „Frauenkampf überall“ unterwegs.

    An diesem Samstagnachmittag hatte ich eigentlich ein ganz anderes Ausflugsziel: Das sonnige Wetter am Morgen hatte mich gegen Mittag aus dem Haus gelockt. Auf nach Zürich, um zu fotografieren! Kaum war ich unterwegs, zogen auch schon Wolken auf. Das altbekannte Grau bedeckte den Himmel. Wo ich doch in den letzten Wochen schon so viele Graufotos geschossen hatte! Was will ich denn noch mehr davon?
    Ich ließ mich vom Wetterstreich nicht beirren, setzte mich in den 5er Richtung Fluntern. Als er ins Bellevue einfuhr, erblickte ich auf der Sechseläutenwiese (oder was von ihr noch übrig ist) sechs Mannschaftswagen der Stadtpolizei und darin und darum herum in blauen Overalls gekleidete Beamte: eine Krawalleinheit. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort also? Mein Interesse war geweckt: Krawallbilder sind stets von größtem öffentlichen Interesse. Ich änderte spontan meinen Plan und sprang aus dem Tram, um zu den Polizeiautos zu schlendern.


    Außer den Beamten war in der Umgebung nichts, was auf einen Krawall hingedeutet hätte, auszumachen – keine Fotografen mit Telelinsen, keine Kameras, keine Gruppen von schwarz Gekleideten, keine Al-Fatah-Tücher, kein Knallen von Gummischrotgewehren, keine tränengasverhangenen Straßen. Keine Trillerpfeifen. Keine Vuvuzelas. Kein Skandieren und kein Rufen. Keine Menschenansammlungen. Es wirkte alles wie sonst. Für Stadtverhältnisse an einem Samstagnachmittag war alles ruhig.
    Vielleicht war ich zu spät? Ein Demonstrationszug war bereits vorbei gezogen oder eine unbewilligte Demo schon aufgelöst? Ich hatte keine Lust, die Stadt zu Fuß nach einer Handvoll renitenter Chaoten abzusuchen, die eventuell irgendwo mit der Stadtpolizei Katz-und-Maus spielten. Womöglich hatten sie sich ins Niederdorf verzogen und machten nun dort die Gegend unsicher? Ich hatte auch keine Lust, die Beamten zu fragen, wo die Demo unterwegs ist. Nicht dass ich kontaktscheu wäre. Aber mir knurrte gerade der Magen – zuerst war einmal Mittagessen angesagt. Wenigstes dies verlief nach Zeitplan.

    Rund eine halbe Stunde später waren die Beamten von der Sechseläutenwiese verschwunden. „Da war wohl nichts“, dachte ich und schickte mich an, wieder in den ursprünglichen Tagesplan einzuschwenken, als eine VBZ-Durchsage an der Tramhaltestelle Bellevue mir unverhofft die nächsten Koordinaten vorgab: Limmatquai. Denn dieses war nun infolge eines Umzugs für den Tramverkehr gesperrt.
    Kaum war die Durchsage verhallt, schossen auch schon drei Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene aus dem Limmatquai und bogen in scharfer Linkskurvenfahrt in die Rämistrasse ein, um ihre Fahrt unvermindert schnell in Richtung Heimplatz fortzusetzen.
     
    Am Limmatquai wirkte indessen wie schon am Bellevue und am Stadelhofenplatz alles wie gewohnt. Es hatte allenfalls selbst für einen Samstagnachmittag viele Menschen auf der Straße. Der sonnige Morgen hatte wohl noch manche wie mich aus dem Haus gelockt? Vor dem Zürcher Rathaus sah ich sie dann erst mal von hinten, die Menschenansammlung von rund 200 Personen mit Transparenten.
    Aus Lautsprechern tönte Musik und hallten Worte, die soziale Ungerechtigkeit geißelten. Die Demonstration wirkte sehr geordnet. An der Polizeibegleitung – ein einzelnes Polizeiauto schirmte den Pulk gegen den Straßenverkehr ab – schien sich trotz der roten Fahnen, die in der Menge geschwenkt wurden, niemand von den Demonstrationsteilnehmern zu stören. Ein Krawall war dies mitnichten: Eine Frau sprach durch ein Megaphon und Musik spielte, hin und wieder johlte die Menge und zollte ihr Beifall.

    Worum ging es? Da mir unbekannt war, für welche Anliegen genau diese Menschen auf die Straße gehen, näherte ich mich der Menge an. Die Rede war gerade vom Sozialabbau. Darauf las ich auf einer Tafel, die jemand in die Höhe hielt: „Männer an den Herd!“ Langsam schweifte nun mein Blick erst einmal über die Menschenmenge. Dass da keine Männer waren, war mir noch gar nicht aufgefallen. Da waren fast ausschließlich Frauen.
    Diverse Transparente und Poster raubten jede Illusion: Dies war kein Frauen-Fasnachtsverein, der für Gleichberechtigung an der Fasnacht auf die Straße ging. Nein, dies sah ganz nach einem Trupp militanter Kampffeministinnen aus. „Oh Schreck, oh Graus“, durchfuhr es mich, und ich wollte unvermittelt das Weite suchen, ehe ich in einem großen Hexenkessel lande und bei lebendigem Leib gekocht werde.


    Einen Moment lang kämpfe ich mit meinen männlich gestrickten Gefühlen: Ich unterdrückte ein herrliches Auflachen, das sich gut hörbar Luft verschaffen wollte. Schließlich besann ich mich auf meine Objektivität und hörte einfach einmal zu.
    Und ich hörte, was die Stimme forderte: Gleichberechtigung. Nieder mit dem Kapital. Weg mit „Nazismus“. Oder sprach sie von Narzissmus? Weg mit den Antifeministen! Stopp der Ausbeutung. Gegen Sozialabbau. Für Frauenrechte!


    Ich war an eine typisch linksradikale Demo geraten, an der typische Forderungen der Linksautonomen über Megaphon und Spruchbänder den Weg an die Stadtöffentlichkeit finden. Es war genau jene Art von Zusammenrottung, von der man sich aber auch gewohnt ist, dass sie irgendwann entgleisen und in Sachbeschädigungen und Konflikte mit dem Ordnungsdienst der Stadtpolizei ausarten würde.
    Zunächst schien es nur eine Frage der Zeit, wann Flaschen und Steine in die eine Richtung und Tränengasgranaten in die andere Richtung fliegen würden. Einhalt. Eines war in dieser Konstellation gewiss: Es würde mit Garantie keinen Krawall, keine Sachbeschädigungen und keine Nachdemo geben, dämmerte es mir. Denn eine Demonstration ohne Männer wird kaum gewalttätig entgleisen – und wenn sie noch so linksautonom ist. Das ist so gut wie ausgeschlossen.

     
    Eine Demo ohne Halbstarke und junge Erwachsene männlichen Geschlechts und auch ohne Alkoholisierung ist wie Frieden auf Erden. Selbst mit Kampffeministinnen. Genau so sollte es auch kommen: Der erzlinke Demonstrationszug zog später beispielsweise friedlich am McDonalds-Restaurant beim Globus vorbei, ohne dass wie verschiedentlich schon bei Ausschreitungen Scheiben der Fastfood-Kette zu Bruch gingen.
    Man stelle sich vor, ein inhaltlich gleich linksautonom gelagerter aber geschlechtlich gemischter Demonstrationszug wäre am Samstagnachmittag durch die Bahnhofstrasse und am McDonalds vorbeigezogen... Erfahrungsgemäß wären Sachbeschädigungen zu erwarten. Nicht so bei dieser Frauendemo.

    Nicht dass diese Frauen, die da auf die Straße gingen, so daher kamen, als wäre gut mit ihnen anzubandeln: ihre Position war deutlich feministisch. Die Sprecherin sagte aber auch klar, dass es nicht darum gehe, gegen Männer zu hetzen, sondern dass die Frauenrechte zu stärken seien. Die Rede war vor allem von der Situation von Frauen in Entwicklungsländern. Es ging weniger um die Rechte der Frauen in der Schweiz als viel mehr die weltweite Situation der Frau.
    Vom Rathaus zog der Demonstrationszug über die Gemüsebrücke in die Bahnhofstrasse bis zum Globus. Über Lautsprecher erklang noch immer Musik, die den ganzen Umzug begleiten sollte, die Sprecherin skandierte linksfeministische Kampfparolen, beispielsweise dass Vergewaltigung Folter ist und dass Ausschaffung ebenso Folter ist, dass keine Frau illegal ist.

    Da mein ursprünglicher Tagesplan nun ohnehin endgültig aus der Schiene geworfen war, entschied ich, dem Umzug zu folgen. Ich wollte mehr wissen. Ich wollte hören, was diese Frauen beschäftigte. Aus unerfindlichen Gründen interessierte mich das Anliegen dieser Demo nun wirklich. Nicht zuletzt gaben die Frauen, die da auf die Straße gingen, und ihr Umzug aber auch ein viel fotogeneres Sujet für die Kamera her als, einmal mehr in den letzten Monaten, schichtwolkengraue Zürcher Stadtgemäuer oder ein ebenso grauer Zoobesuch.
    Es ließe sich über diese Demo auch bloggen, dachte ich. Kundgebungen sind nicht nur dann von öffentlichem Interesse, wenn die Fetzen fliegen. Sie sind erst recht interessant, wenn sie ihre Botschaft störungsfrei vermitteln. Und so kam es, dass ich dem Umzug bis zum Helvetiaplatz folgte. Nicht auf Schritt und Tritt natürlich. Einfach mal hier, mal da, mal näher, mal ferner, mal woanders. Denn was hätte schon ich persönlich mit (Kampf-)Feminismus am Hut?




    Es überrascht, dass ein linksautonomer Demonstrationszug, der während einem Zwischenhalt sogar die RAF würdigt, gewaltfrei verläuft. Die Sprecherin verwies auf die gegenwärtig aktuellen neuen RAF-Prozesse in Deutschland und darauf, dass dabei Frauen mit Beugehaft bis zu sechs Monaten bedroht würden. Aber diese Feststellung war nur ein Detail dieses Umzugs.
    Das eigentliche Anliegen der Frauen ging aus den Transparenten klar hervor. Slogans wie „Männer an den Herd“, „Pflege entlasten statt entlassen“, „Gestern-Heute-Morgen: Frauenkampf überall“ oder „Feuer und Flamme dem Patriarchat“ und dergleichen suggerierten, dass man es mit einer Horde kampflustiger Feministinnen zu tun hat. Es ging ihnen aber nicht um mehr Privilegien für Schweizer Mittelschichtfrauen, sondern sie kreideten die Unterdrückung der Frauen und ihrer Rechte wie auch soziale Ungleichheit, die vielerorts auf diesem Planeten Alltag sind, an. Sie skandierten immer wieder: „Internationale Solidarität!“ Sie forderten Freiheit und Gleichheit für Frauen weltweit.

    Erfahrungsgemäß sind linksautonome Demos affin für Sachbeschädigungen und Konflikte mit der Polizei, Tränengas und Wasserwerfer inbegriffen. Einzig eine einsame Handvoll jüngerer Aktivistinnen versprayte eine Zeughaus-Mauer auf dem Kasernenareal. Daneben klebten sie ein Poster des revolutionären Aufbaus an die Mauer. Juristisch betrachtet könnte es sich dabei theoretisch um eine Sachbeschädigung handeln.
    Da die Mauer an der betreffenden Stelle und auch an anderen Stellen ohnehin schon versaut war, gibt es keinen ersichtlichen Anlass zu hysterischen Reaktionen auf die Kreativität dieser Frauenrechtlerinnen. Ihr Vorgehen löste bei mir denn auch eher Schmunzeln aus: Die Wandverzierung ist nichts im Vergleich zu dem, was männliche Demoteilnehmer an Destruktion abzuziehen imstand gewesen wären. Im Übrigen verlief der Umzug absolut geordnet und diszipliniert.


    Frauendemo zum 8. März (internationaler Frauenkampftag)
    Auf dem Helvetiaplatz bedankte und verabschiedete sich die Sprecherin. Sie bot den Teilnehmerinnen zum Schluss das Mikrophon für Mitteilungen an alle an – aber nur den Frauen. Deren Anteil am Umzug dürfte freilich mehr als 99% betragen haben.
    Mein Samstagnachmittagausflug war spontan ganz anders als geplant und dabei sehr lehrreich verlaufen. Dank einer Ausgabe der sozialistischen Zeitung “Vorwärts”, die mir freundlicherweise kostenlos überlassen wurde, konnte ich mich noch genauer über den Hintergrund der Kundgebung informieren: am 8. März war das 100. Jubiläum des internationalen Frauenkampftages gefeiert worden.




    Copyright © Christian A. Natiez (Schweiz)